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EM 2024 Spielplan: Alle 51 Spiele im Überblick

Alle 51 Spiele. Ein Blick. Dein Überblick.

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UEFA EURO 2024 Spielplan Übersicht mit Fußballstadion und Europameisterschaft Logo
Der komplette Spielplan der UEFA EURO 2024 in Deutschland

Das Wichtigste zur Europameisterschaft 2024 kompakt

  • Die EURO 2024 fand vom 14. Juni bis 14. Juli in zehn deutschen Städten statt. Spanien gewann alle sieben Spiele und holte den vierten Europameistertitel, ein Rekord.
  • 2.664.731 Zuschauer besuchten die 51 Partien live. Das Viertelfinale Deutschland gegen Spanien sahen 27,154 Millionen Menschen im TV, Marktanteil 80,9 Prozent.
  • Der wirtschaftliche Effekt für Deutschland betrug 7,4 Milliarden Euro. 81 Prozent der Fans reisten mit Bahn, Bus oder Rad an.
  • Lamine Yamal brach als jüngster EM-Torschütze und Finalteilnehmer gleich zwei Rekorde. Julian Nagelsmann war mit 36 Jahren der jüngste Trainer der Turniergeschichte.
  • Das Turnier setzte mit 30,6 Mio. Euro ESG-Budget und 100 Prozent erneuerbarer Energie in allen Stadien neue Nachhaltigkeitsstandards.

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EM 2024 Spielplan: Alle 51 Spiele im Überblick

Der Fußball EM Spielplan der UEFA EURO 2024 umfasste 51 Partien, verteilt auf zehn deutsche Städte und einen Monat voller Emotionen. Vom Eröffnungsspiel in München am 14. Juni bis zum Finale in Berlin am 14. Juli 2024 erlebte Deutschland sein zweites großes Heimturnier nach der Weltmeisterschaft 2006. Was als Sommermärchen 2.0 begann, endete mit dem vierten Europameistertitel für Spanien und einem Turnier, das neue Maßstäbe setzte.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 2.664.731 Zuschauer strömten in die Stadien, durchschnittlich 52.250 pro Partie. Weitere 6,2 Millionen Fans feierten in den offiziellen Fan Zones der zehn Gastgeberstädte. 117 Tore fielen in 51 Spielen, darunter der schnellste Treffer der EM-Geschichte nach nur 23 Sekunden durch Nedim Bajrami. Die Fernsehreichweite übertraf alle Erwartungen, als beim Viertelfinale zwischen Spanien und Deutschland 27,154 Millionen Menschen allein in Deutschland einschalteten.

Dieser Spielplan dokumentiert mehr als Termine und Ergebnisse. Er erzählt die Geschichte eines Turniers, das wirtschaftlich 7,4 Milliarden Euro für Deutschland generierte, bei dem 81 Prozent der Fans mit nachhaltigen Verkehrsmitteln anreisten und das mit seiner ESG-Strategie einen neuen Standard für Sportgroßveranstaltungen definierte. Mit Blick auf die WM 2026 in den USA, Mexiko und Kanada sowie die EURO 2028 in Großbritannien und Irland dient die EURO 2024 als Referenzpunkt für die Organisation künftiger Turniere. Von der Gruppenphase über das dramatische Aus der deutschen Mannschaft bis hin zum Triumph von La Roja in Berlin fasst diese Übersicht alle 51 Spiele im Überblick zusammen.

Turnier im Überblick: Daten, Fakten und der Europameister

Die UEFA EURO 2024 fand vom 14. Juni bis 14. Juli 2024 statt. 24 Nationalmannschaften kämpften in sechs Gruppen um den Einzug in die K.O.-Runde, bevor sich der Favoritenkreis auf 16, dann acht, vier und schließlich zwei Teams reduzierte. Spanien setzte sich im Finale gegen England durch und sicherte sich damit den vierten Europameistertitel seiner Geschichte, mehr als jede andere Nation.

Das Turnier verteilte sich auf zehn Spielorte: Berlin, München, Dortmund, Gelsenkirchen, Stuttgart, Hamburg, Düsseldorf, Köln, Frankfurt und Leipzig. Jede Stadt brachte ihre eigene Atmosphäre ein, von der größten Arena in Dortmund mit über 62.000 Plätzen bis zum kompakten Leipziger Stadion. Die Gesamtbesucherzahl von 2.664.731 Zuschauern auf 51 Spielen entspricht laut Nielsen Sports einem Schnitt von 52.250 pro Partie. Bemerkenswert dabei: 1.711.480 dieser Besucher waren Einzelpersonen, die im Durchschnitt 1,5 Spiele besuchten.

Sportlich lieferte das Turnier 117 Tore, verteilt auf 36 Gruppenspiele und 15 K.O.-Partien. Die durchschnittliche Tordifferenz betrug laut UEFA Tournament Summary nur 1,08 Treffer pro Spiel. Diese Knappheit spiegelt sich in den Ergebnissen wider: Verlängerungen und Elfmeterschießen prägten die entscheidenden Partien.

Spanien dominierte das Turnier wie keine Mannschaft zuvor bei einer Europameisterschaft. Die Iberer gewannen alle sieben Spiele, erzielten 15 Tore und stellten mit Lamine Yamal den jüngsten Torschützen und Spieler eines EM-Finales. Dieser Rekord hielt seit 1958, als Pelé bei der WM in Schweden antrat. England erreichte zum zweiten Mal in Folge ein EM-Finale, verpasste aber erneut den ersten großen Titel seit 1966.

Kerndaten der UEFA EURO 2024: 51 Spiele in 10 Städten. 24 Teams aus 6 Gruppen. Europameister Spanien mit 7 Siegen in 7 Spielen. 2.664.731 Stadionbesucher. 117 Tore. Finale am 14. Juli 2024 in Berlin.

Deutschland-Spiele: Die DFB-Elf bei der Heim-EM

Die deutsche Nationalmannschaft startete als Gastgeber mit enormen Erwartungen in das Turnier. Bundestrainer Julian Nagelsmann, mit 36 Jahren und 327 Tagen der jüngste Trainer der EM-Geschichte, formte aus einem Kader im Umbruch eine schlagkräftige Einheit. Das Ergebnis: Vier Siege, ein Unentschieden und das bittere Aus im Viertelfinale gegen Spanien.

Deutsche Nationalmannschaft beim Eröffnungsspiel der EM 2024 in der Münchner Allianz Arena
Die DFB-Elf beim Eröffnungsspiel gegen Schottland in München

Das Eröffnungsspiel am 14. Juni gegen Schottland in München setzte den Ton. Vor 66.000 Zuschauern in der Allianz Arena demontierte Deutschland den Gruppengegner mit 5:1. Florian Wirtz, Jamal Musiala und Kai Havertz trafen, während 24,182 Millionen an den Bildschirmen zusahen. Ein Auftakt nach Maß, der die Euphorie im Land entfachte.

Gegen Ungarn in Stuttgart folgte ein 2:0, bevor das Gruppenfinale gegen die Schweiz in Frankfurt für einen Dämpfer sorgte. Die Eidgenossen führten bis zur 92. Minute, ehe Niclas Füllkrug per Kopf zum 1:1 ausglich. Ein Treffer, der Deutschland den Gruppensieg sicherte und den Glauben an die Mannschaft bestärkte.

Im Achtelfinale wartete Dänemark. In Dortmund entwickelte sich ein Spiel, das durch einen heftigen Gewittersturm unterbrochen werden musste. Nach der Fortsetzung traf Kai Havertz per Elfmeter zum 1:0, Jamal Musiala erhöhte auf 2:0. Ein souveräner Sieg, der den Weg ins Viertelfinale ebnete.

Dann kam das Duell gegen Spanien in Stuttgart. 27,154 Millionen Deutsche verfolgten laut AGF Videoforschung das Spiel am Bildschirm, ein Marktanteil von 80,9 Prozent. In der Altersgruppe 14 bis 49 Jahre erreichte die Übertragung sogar 89,7 Prozent. Es war das meistgesehene TV-Ereignis in Deutschland seit über zehn Jahren. Die Spanier gingen in Führung, Florian Wirtz glich in der 89. Minute aus. In der Verlängerung brach Mikel Merino in der 119. Minute die deutschen Herzen mit dem Siegtreffer zum 2:1.

Turnierdirektor Philipp Lahm zog dennoch ein positives Fazit: „Geopolitik, Globalisierung und klimatische Herausforderungen schaffen für uns alle enorme Hindernisse. Wir müssen unsere Resilienz stärken und für unsere Werte eintreten. EURO 2024 bot eine hoffnungsvolle Perspektive auf die Welt. Das ist meiner Meinung nach soziale Nachhaltigkeit."

DatumGegnerErgebnisStadionPhase
14.06.2024Schottland5:1MünchenGruppe A
19.06.2024Ungarn2:0StuttgartGruppe A
23.06.2024Schweiz1:1FrankfurtGruppe A
29.06.2024Dänemark2:0DortmundAchtelfinale
05.07.2024Spanien1:2 n.V.StuttgartViertelfinale

Gruppenphase komplett: Alle sechs Gruppen der EURO 2024

Die Gruppenphase der Europameisterschaft 2024 umfasste 36 Spiele, verteilt auf sechs Gruppen mit je vier Teams. Das System: Jede Mannschaft trat einmal gegen jeden Gruppengegner an. Die beiden Erstplatzierten jeder Gruppe qualifizierten sich direkt für das Achtelfinale, ergänzt durch die vier besten Drittplatzierten. Ein Format, das bis zum letzten Spieltag für Spannung sorgte.

Fußballfans feiern bei der EM 2024 Gruppenphase im deutschen Stadion
Über 2,6 Millionen Zuschauer besuchten die 51 EM-Spiele in Deutschland

Gruppe A: Deutschland als Gastgeber

Deutschland dominierte seine Gruppe mit zwei Siegen und einem Unentschieden. Das 5:1 gegen Schottland am Eröffnungsabend demonstrierte die Stärke der Gastgeber. Florian Wirtz eröffnete nach zehn Minuten den Torreigen, Jamal Musiala erhöhte, Kai Havertz traf per Elfmeter. Ein Eigentor und Emre Cans Fernschuss in der Nachspielzeit setzten den Schlusspunkt unter eine Demontage, die ganz Europa aufhorchen ließ.

Die Schweiz erwies sich als der härteste Gruppengegner. Im abschließenden Duell in Frankfurt lag die DFB-Elf bis zur 92. Minute zurück, ehe Niclas Füllkrugs Kopfball den Gruppensieg rettete. Die Eidgenossen sicherten sich dennoch souverän Platz zwei und sollten im weiteren Turnierverlauf Titelverteidiger Italien eliminieren. Ungarn erreichte als Dritter noch das Achtelfinale über die Hintertür der besten Gruppendritten. Schottland verabschiedete sich mit nur einem Punkt und einem Torverhältnis von 2:7, ein enttäuschendes Abschneiden für die Tartanarmee.

Gruppe B: Spanien und Italien

Die Gruppe B lieferte den historischen Moment des Turniers. Nach nur 23 Sekunden im Spiel Italien gegen Albanien erzielte Nedim Bajrami das schnellste Tor der EM-Geschichte. Der Mittelfeldspieler nutzte einen verunglückten Einwurf von Federico Dimarco und vollendete aus kurzer Distanz. Italien drehte die Partie noch auf 2:1, doch der Rekord wird bleiben.

Der wahre Sieger dieser Gruppe war Spanien. Die Iberer gewannen alle drei Gruppenspiele, darunter ein 1:0 gegen Italien, das den Titelverteidiger auf Platz zwei verwies. Trainer Luis de la Fuente rotierte sein Team geschickt durch die Vorrunde und schonte Kräfte für die entscheidenden Phasen. Kroatien, Vize-Weltmeister 2018, schied punktgleich mit Albanien aus, verpasste aber durch die schlechtere Tordifferenz das Weiterkommen. Für Luka Modric, mit 38 Jahren der älteste Feldspieler des Turniers, endete möglicherweise die letzte große Chance auf einen Länderspieltitel.

Gruppe C: England favorisiert

England startete als einer der Topfavoriten, überzeugte in der Gruppenphase jedoch nicht. Ein mühsames 1:0 gegen Serbien, ein 1:1 gegen Dänemark und ein torloses Remis gegen Slowenien reichten für den Gruppensieg, doch die Leistungen ließen Zweifel aufkommen. Trainer Gareth Southgate experimentierte mit der Formation, fand aber keine Lösung für die fehlende Kreativität im Mittelfeld. Jude Bellingham erzielte das einzige Tor aus dem Spiel heraus, Phil Foden blieb blass, Harry Kane ohne Treffer.

Die Slowenen schrieben Geschichte: Erstmals erreichte die Nation die K.O.-Runde einer Europameisterschaft. In allen drei Gruppenspielen blieb das Team von Trainer Matjaz Kek unbesiegt. Jan Oblak im Tor hielt seinen Kasten weitgehend sauber, die kompakte Defensive frustierte auch England. Dänemark folgte als Zweiter mit einer ähnlich defensiven Ausrichtung. Serbien schied als Letzter aus, trotz eines Kaders mit Dusan Vlahovic und Aleksandar Mitrovic fehlte die Durchschlagskraft.

Gruppe D: Die Todesgruppe

Frankreich, Niederlande, Österreich, Polen: Auf dem Papier die schwerste Gruppe des Turniers. Die Realität bestätigte dies, allerdings anders als erwartet. In sechs Spielen fielen nur zwei Siege, vier Partien endeten unentschieden. Das direkte Duell zwischen Frankreich und den Niederlanden, eigentlich das Spitzenspiel der Gruppe, blieb torlos. Die Equipe Tricolore enttäuschte offensiv, erzielte in drei Spielen nur zwei Tore, beide durch Eigentore der Gegner.

Österreich überraschte als Gruppensieger vor den favorisierten Franzosen und Niederländern. Trainer Ralf Rangnick hatte sein Team auf intensives Pressing eingestellt, eine Spielweise, die auch Frankreich vor Probleme stellte. Marcel Sabitzer und Christoph Baumgartner ragten aus einem Team heraus, das mehr war als die Summe seiner Teile. Polen, trotz der Rückkehr von Robert Lewandowski nach Verletzungspause, beendete das Turnier ohne Sieg auf dem letzten Platz. Der Rekordtorschütze des Landes traf immerhin einmal, konnte das Aus aber nicht verhindern.

Gruppe E: Die Unberechenbaren

Keine Gruppe war ausgeglichener als Gruppe E. Nach dem ersten Spieltag lagen alle vier Teams bei drei Punkten, ein einmaliger Vorgang in der EM-Geschichte. Das Tableau glich einem Karussell: Nach jedem Spieltag wechselte die Führung. Rumänien überraschte mit einem 3:0 gegen die Ukraine am Eröffnungstag und sicherte sich letztlich den ersten Platz. Trainer Edward Iordanescu hatte sein Team auf schnelles Umschaltspiel getrimmt, ein Konzept, das gegen den favorisierten Gegner perfekt aufging.

Belgien, als Geheimfavorit ins Turnier gestartet, erreichte als Gruppenzweiter hinter Rumänien das Achtelfinale. Die goldene Generation um Kevin De Bruyne und Romelu Lukaku fand nie zu ihrer Form. Ein 0:1 gegen die Slowakei am Auftakt setzte den Ton für eine enttäuschende Vorrunde. Alle vier Teams der Gruppe E schlossen mit jeweils vier Punkten ab, ein Novum in der EM-Geschichte. Die Ukraine wurde dabei als erstes Team überhaupt aus einem EM-Turnier ausgeschieden, obwohl sie vier Punkte gesammelt hatte.

Gruppe F: Ronaldos sechste EM

Cristiano Ronaldo betrat zum sechsten Mal die EM-Bühne, ein Rekord, der wohl lange Bestand haben wird. Mit 39 Jahren führte er Portugal als Kapitän aufs Feld, erzielte aber erstmals bei einer Europameisterschaft kein Tor in der Gruppenphase. Die Selecao wurde ihrer Favoritenrolle dennoch gerecht und gewann die Gruppe vor der Türkei. Im entscheidenden Duell mit Tschechien traf der junge Francisco Conceicao in der Nachspielzeit zum 2:1.

Die eigentliche Sensation war Georgien: Der Debütant schlug Portugal im letzten Gruppenspiel 2:0 und zog als Dritter ins Achtelfinale ein. Für ein Land mit weniger als vier Millionen Einwohnern ein historischer Erfolg. Khvicha Kvaratskhelia, Napoli-Profi und Europas Spieler der Saison 2022, war der überragende Akteur des Teams. Die Türkei erlebte ein Turnier der Extreme: Vom 3:1 gegen Georgien über ein schwaches 0:3 gegen Portugal bis zum Triumph im Achtelfinale gegen Österreich reichte die Bandbreite. Tschechien schied als Vierter aus, obwohl die Mannschaft bis zur letzten Minute des letzten Spiels eine Chance auf das Weiterkommen hatte.

Die besten Drittplatzierten

Das Reglement sah vor, dass die vier besten Gruppendritten das Achtelfinale erreichen. Entscheidend waren Punkte, dann Tordifferenz, dann erzielte Tore. 2024 qualifizierten sich die Niederlande, Slowenien, Slowakei und Georgien über diesen Weg. Die Niederlande, Dritter der Gruppe D, setzte sich dank besserer Tordifferenz gegen Georgien durch, während Slowenien trotz nur drei Punkten und drei Unentschieden als einer der vier besten Dritten weiterkam.

Das System der besten Drittplatzierten sorgt regelmäßig für Verwirrung, garantiert aber Spannung bis zum letzten Gruppenspieltag. Mannschaften, die bereits als Gruppendritte feststehen, können sich durch ein starkes Abschneiden noch für das Achtelfinale qualifizieren. Die Zuordnung der Drittplatzierten zu den Achtelfinalpaarungen folgt einer vorgegebenen Tabelle, die von der Zusammensetzung der qualifizierten Dritten abhängt. 2024 bedeutete dies: Die Niederlande traf auf Rumänien, Slowenien auf Portugal, Slowakei auf England, Georgien auf Spanien.

GruppeErsterZweiterDritterVierter
ADeutschlandSchweizUngarnSchottland
BSpanienItalienKroatienAlbanien
CEnglandDänemarkSlowenienSerbien
DÖsterreichFrankreichNiederlandePolen
ERumänienBelgienSlowakeiUkraine
FPortugalTürkeiGeorgienTschechien

Spanien blieb als einziges Team in der Gruppenphase ohne Punktverlust. Die durchschnittliche Tordifferenz von nur 1,08 Toren pro Spiel unterstreicht die Ausgeglichenheit des Turniers.

K.O.-Runde: Vom Achtelfinale zum Finale in Berlin

Mit dem Abpfiff der letzten Gruppenspiele am 26. Juni begann die entscheidende Phase des Turniers. 16 Teams, 15 Spiele, ein Ziel: das Finale im Berliner Olympiastadion. Die K.O.-Runde der EURO 2024 lieferte Drama, Überraschungen und einen würdigen Europameister.

Spanische Nationalmannschaft feiert den Europameistertitel 2024 im Berliner Olympiastadion
Spanien krönt sich mit sieben Siegen zum Rekord-Europameister 2024

Achtelfinale: Acht Duelle

Die erste Runde der K.O.-Phase brachte einige erwartete Ergebnisse und eine faustdicke Überraschung. Deutschland besiegte Dänemark 2:0 in Dortmund, wobei ein heftiges Gewitter das Spiel für gut 30 Minuten unterbrach. Als es weiterging, nutzte die DFB-Elf ihre Chancen eiskalt. Spanien schaltete Georgiens Überraschungsteam mit 4:1 aus, wobei Rodri, Fabián Ruiz, Nico Williams und Dani Olmo trafen. Für Georgien endete das Märchen, doch der Debütant hatte sich in die Herzen der Fans gespielt.

England mühte sich gegen die Slowakei, brauchte einen Fallrückzieher von Jude Bellingham in der 95. Minute zum 1:1 und gewann schließlich 2:1 nach Verlängerung durch Harry Kane. Ein Treffer, der an Akrobatik kaum zu überbieten war und Bellinghams Anwartschaft auf den Ballon d'Or untermauerte. Rumänien, Gruppensieger aus der Vorrunde, schied gegen die Niederlande mit 0:3 aus. Der Lauf der Tricolori endete abrupt gegen ein niederländisches Team, das plötzlich seine Torgefahr wiederfand.

Die Schweiz sorgte für den Paukenschlag: Titelverteidiger Italien flog nach einem 2:0 aus dem Turnier. Remo Freuler und Ruben Vargas erzielten die Tore gegen eine italienische Mannschaft, die nie ins Spiel fand. Frankreich setzte sich im Elfmeterschießen gegen Belgien durch, nachdem 120 Minuten torlos geblieben waren. Portugal ebenso gegen Slowenien, wobei Cristiano Ronaldo zunächst einen Elfmeter verschoss, dann aber im Elfmeterschießen traf. Österreichs Turnier endete gegen die Türkei mit 1:2, trotz eines furiosen Schlussakkords mit einem Tor in der Nachspielzeit.

Viertelfinale: Deutschland scheidet aus

Das Viertelfinale in Stuttgart zwischen Deutschland und Spanien entwickelte sich zum Spiel des Turniers. Über 90 Minuten lieferten sich beide Mannschaften ein Duell auf höchstem Niveau. Dani Olmo brachte Spanien in der 51. Minute in Führung, ein abgefälschter Schuss, gegen den Manuel Neuer machtlos war. Die DFB-Elf warf alles nach vorne, Jamal Musiala vergab die beste Chance. Als die Hoffnung zu schwinden drohte, schlug Florian Wirtz in der 89. Minute zu. Sein Schuss aus 18 Metern zappelte im Netz, die Stuttgart Arena explodierte.

Die Verlängerung brachte noch mehr Drama. In der 106. Minute lenkte Marc Cucurella einen Schuss von Jamal Musiala mit dem Arm ab. Schiedsrichter Anthony Taylor ließ weiterspielen, eine Entscheidung, die auch nach tagelangen Debatten kontrovers blieb. In der 119. Minute köpfte Mikel Merino eine Flanke von Dani Olmo zum 2:1 ins Tor. Das Aus für Deutschland, der Traum vom Heimtitel war geplatzt.

Frankreich überwand Portugal im Elfmeterschießen mit 5:3, nachdem 120 Minuten torlos geblieben waren. Beide Teams neutralisierten sich gegenseitig, die Offensive blieb in beiden Fällen stumpf. England schlug die Schweiz ebenfalls vom Punkt, wobei Torhüter Jordan Pickford zum Helden avancierte. Die Niederlande setzte sich im letzten Viertelfinale gegen die Türkei durch. Stefan de Vrij glich in der 70. Minute aus, bevor ein Eigentor von Mert Müldür in der 76. Minute das 2:1 für die Oranje besiegelte.

Halbfinale: Yamals Moment

Das erste Halbfinale in der Münchner Allianz Arena zwischen Spanien und Frankreich entschied ein 16-Jähriger. Lamine Yamal zirkelte den Ball aus 25 Metern in den Winkel zum 1:1, ein Treffer von atemberaubender Präzision. Die Flugkurve, der Drall, die Platzierung: Ein Tor, das in die Geschichte eingehen wird. Kylian Mbappé hatte Frankreich zuvor in Führung gebracht, doch die Antwort ließ nur vier Minuten auf sich warten. Dani Olmo erzielte in der 25. Minute das 2:1, bei dem es blieb. Spanien zog ins Finale ein, Yamal wurde zum jüngsten Torschützen eines EM-Halbfinales.

Trainer Luis de la Fuente fand nach dem Spiel die passenden Worte: „Wir haben einen Genius gesehen, das Produkt eines Genies." Die Mischung aus Jugend und Erfahrung, die Spanien auszeichnete, wurde an diesem Abend perfekt verkörpert. Yamal auf der rechten Seite, der erfahrene Jesús Navas auf der anderen, im Zentrum die Routine von Rodri und Fabián Ruiz. Eine Mannschaft ohne erkennbare Schwachstelle.

England setzte seinen Trend fort: In Dortmund lag das Team gegen die Niederlande durch einen Elfmetertreffer von Xavi Simons zurück, ehe Harry Kane per Strafstoß ausglich. Die Partie schien auf die Verlängerung zuzusteuern, als Ollie Watkins in der 90. Minute zum 2:1 traf. Der Joker stach, wieder einmal. Zum dritten Mal in Folge hatte England ein K.O.-Spiel erst in den letzten Minuten gedreht. Die Niederlande, die so stark ins Turnier gestartet war, verpasste das Finale trotz einer engagierten Leistung.

Das Finale: Spanien krönt sich

Am 14. Juli 2024 traten Spanien und England im Berliner Olympiastadion zum Endspiel an. 71.000 Zuschauer im Stadion, 320 Millionen Menschen weltweit an den Bildschirmen. Die Bühne war bereitet für ein Finale, das seinem Anspruch gerecht werden sollte. England, auf der Suche nach dem ersten großen Titel seit 1966, gegen Spanien, den Rekord-Europameister auf der Jagd nach dem vierten Stern.

Nico Williams brachte Spanien in der 47. Minute in Führung. Der 22-Jährige von Athletic Bilbao vollendete eine Flanke von Yamal mit einem präzisen Flachschuss. England antwortete durch Cole Palmer, der in der 73. Minute zum 1:1 ausglich. Der Chelsea-Profi traf bei seinem ersten Ballkontakt des Spiels, ein eiskalter Jokermoment. Das Finale schien auf die Verlängerung zuzusteuern, als Mikel Oyarzabal in der 86. Minute zuschlug. Der Kapitän schob den Ball nach Vorarbeit von Marc Cucurella über die Linie. 2:1 für Spanien, vier Minuten vor Schluss.

England warf alles nach vorne, doch die spanische Defensive hielt stand. Der Schlusspfiff besiegelte den vierten Europameistertitel für La Roja. Spanien wurde damit zur ersten Mannschaft, die alle sieben Spiele einer Europameisterschaft gewann. Kein Unentschieden, keine Niederlage, 15 erzielte Tore bei nur vier Gegentoren. Rodri erhielt den Goldenen Ball als bester Spieler des Turniers, Yamal wurde zum besten jungen Spieler gewählt. Für England blieb zum zweiten Mal in Folge nur der bittere zweite Platz.

Laut UEFA verzeichnete das Finale eine Live-Reichweite von 320 Millionen Zuschauern weltweit. Die kumulierte Fernsehreichweite des gesamten Turniers belief sich auf 5,4 Milliarden Zuschauerkontakte. Zahlen, die die EURO 2024 zu einem der erfolgreichsten Sportereignisse des Jahres machten.

Lamine Yamal brach im Finale den 66 Jahre alten Rekord von Pelé als jüngster Spieler in einem WM- oder EM-Endspiel. Der Spanier war 17 Jahre und 1 Tag alt, als er in Berlin auflief.

TV-Übertragung: Wer zeigte was

Die Fernsehrechte für die EURO 2024 in Deutschland teilten sich vier Sender. ARD und ZDF übertrugen den Großteil der Spiele im frei empfangbaren Fernsehen, RTL sicherte sich ein Paket von zwölf Partien, MagentaTV zeigte alle 51 Begegnungen live. Diese Aufteilung stellte sicher, dass kein Spiel hinter einer Bezahlschranke verschwand, zumindest nicht vollständig.

Die öffentlich-rechtlichen Sender dominierten die Quoten. ARD und ZDF erreichten bei den Deutschland-Spielen konstant über 20 Millionen Zuschauer. Den Rekord hielt das Viertelfinale gegen Spanien mit 27,154 Millionen laut AGF Videoforschung. Der Marktanteil von 80,9 Prozent bedeutete: Mehr als vier von fünf eingeschalteten Fernsehern zeigten diese Partie. In der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen erreichte die Übertragung sogar 89,7 Prozent.

Das Eröffnungsspiel Deutschland gegen Schottland verfolgten 24,182 Millionen Menschen, ein starker Start in das Turnier. Die Gruppenspiele gegen Ungarn und die Schweiz hielten das Niveau mit 24,837 und 26,453 Millionen Zuschauern. Selbst das Achtelfinale gegen Dänemark zog noch 24,396 Millionen an die Bildschirme.

Global betrachtet, erreichte die EURO 2024 eine kumulierte Fernsehreichweite von 5,4 Milliarden Zuschauerkontakten. Durchschnittlich verfolgten 115 Millionen Menschen weltweit jede Partie live. Das Finale zwischen Spanien und England sahen 320 Millionen Zuschauer in Echtzeit, ein Wert, der die Bedeutung des Turniers unterstreicht.

RTL übertrug unter anderem das Eröffnungsspiel der Türkei gegen Georgien und mehrere Gruppenpartien ohne deutsche Beteiligung. Die Quoten blieben erwartungsgemäß hinter denen von ARD und ZDF zurück, erreichten aber solide Werte im einstelligen Millionenbereich. MagentaTV bot als einziger Anbieter alle 51 Spiele live, darunter auch die Parallelübertragungen am letzten Gruppenspieltag.

SenderAnzahl SpieleHighlights
ARD17Eröffnung, Halbfinale, Finale
ZDF17Deutschland-Spiele, Viertelfinale
RTL12Gruppenspiele, Achtelfinale
MagentaTV51Alle Spiele live

Die TV-Bilanz der EURO 2024 bestätigt den Trend: Fußball-Großereignisse mit deutscher Beteiligung erreichen Reichweiten, die kein anderes Format im deutschen Fernsehen erzielen kann. Das Viertelfinale gegen Spanien war das meistgesehene TV-Ereignis in Deutschland seit über zehn Jahren.

Die 10 Spielorte: Stadien der EURO 2024

Deutschland bot der Europameisterschaft zehn Stadien in zehn Städten. Die Auswahl folgte klaren Kriterien: Kapazität, Infrastruktur, geografische Verteilung. Von der bayerischen Landeshauptstadt im Süden bis zur Hansestadt Hamburg im Norden erstreckte sich das Turnier über das gesamte Land. Jedes Stadion brachte seine eigene Geschichte und Atmosphäre mit.

Berliner Olympiastadion als Austragungsort des EM 2024 Finales bei Nacht
Das Olympiastadion Berlin war Schauplatz des EM-Finales 2024

Das Berliner Olympiastadion übernahm die Rolle des Finalstadions. Sechs Spiele fanden hier statt, darunter das Endspiel zwischen Spanien und England. Die 1936 erbaute Arena fasst 71.000 Zuschauer und vereint historische Architektur mit moderner Ausstattung. Als einziges deutsches Stadion mit einem freitragenden Dach bot es den würdigen Rahmen für die Krönung des Europameisters.

München empfing das Eröffnungsspiel in der Allianz Arena. Die 66.000 Plätze fassende Spielstätte des FC Bayern war auch Schauplatz eines Halbfinales. Dortmunds Signal Iduna Park, mit über 62.000 Plätzen das größte reine Fußballstadion Deutschlands, beherbergte sechs Partien inklusive des zweiten Halbfinales. Die steile Südtribüne erzeugte auch bei der EM jene Atmosphäre, die den BVB-Fans weltweit einen Namen gemacht hat.

Gelsenkirchen, Stuttgart, Hamburg, Düsseldorf, Köln, Frankfurt und Leipzig komplettierten das Ensemble. Die Arena AufSchalke in Gelsenkirchen bot als eines von zwei Stadien mit Schiebedach Schutz vor Regen, ein Vorteil, den das Dortmunder Achtelfinale zwischen Deutschland und Dänemark bitter nötig gehabt hätte.

Alle zehn Spielstätten operierten während der EURO 2024 mit 100 Prozent erneuerbarer Energie. Laut UEFA ESG Report war dies eine zentrale Anforderung der Nachhaltigkeitsstrategie. Solaranlagen, Windkraftverträge und Ökostromzertifikate stellten sicher, dass der Spielbetrieb klimaneutral ablief.

Die Barrierefreiheit der Stadien erreichte einen neuen Standard für Großveranstaltungen. Über 10.000 Zuschauer mit Behinderung besuchten die Spiele, unterstützt durch 4.451 reservierte Parkplätze. Alle 51 Partien wurden mit Audiodeskription in 15 Sprachen übertragen, was 41.561 Einzelnutzungen des Services generierte.

StadtStadionKapazitätSpiele
BerlinOlympiastadion71.0006
MünchenAllianz Arena66.0006
DortmundSignal Iduna Park62.0006
GelsenkirchenArena AufSchalke50.0004
StuttgartMHP Arena51.0005
HamburgVolksparkstadion49.0005
DüsseldorfMerkur Spiel-Arena47.0005
KölnRheinEnergieStadion43.0005
FrankfurtDeutsche Bank Park48.0005
LeipzigRed Bull Arena40.0004

Wirtschaftlicher Impact: 7,4 Milliarden Euro für Deutschland

Die EURO 2024 hinterließ einen wirtschaftlichen Fußabdruck, der alle Prognosen übertraf. Laut der Studie von Nielsen Sports generierte das Turnier einen Gesamteffekt von 7,442 Milliarden Euro für die deutsche Volkswirtschaft. Diese Zahl übersteigt den geschätzten Impact der WM 2006 von 2,3 Milliarden Euro um das Dreifache.

Der direkte wirtschaftliche Effekt belief sich auf 2,063 Milliarden Euro. Darin enthalten sind Ausgaben der Stadionbesucher, der Fernsehzuschauer in Public Viewing Areas und der Touristen, die eigens für das Turnier nach Deutschland reisten. Der Multiplikator von 3,29 bedeutet: Jeder direkt ausgegebene Euro löste weitere 2,29 Euro an indirekter Wertschöpfung aus, durch Lieferketten, Beschäftigung und Steuereinnahmen.

Die Zuschauer gaben abseits der Ticketkosten 711,3 Millionen Euro aus. Gastronomie, Merchandise und Transport profitierten am stärksten. Die Übernachtungskosten summierten sich auf 290,1 Millionen Euro, ein Beleg für die Anziehungskraft des Turniers auf internationale Besucher. Die Organisatoren investierten 649,6 Millionen Euro direkt in Deutschland, für Stadionmieten, Sicherheit, Personal und Infrastruktur.

Der Medieneffekt für die zehn Gastgeberstädte wurde mit 571 Millionen Euro beziffert. Die globale Aufmerksamkeit, die Berlin, München, Dortmund und die anderen Städte während des Turniers erhielten, generierte einen Werbewert, der konventionellen Tourismuskampagnen weit überlegen ist. Die Tourismusverbände der Gastgeberstädte verzeichneten auch in der Saison 2025 noch erhöhte Buchungszahlen aus dem Ausland, ein Effekt, der bis heute nachwirkt.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser fasste die Bedeutung des Turniers zusammen: „EURO 2024 wird einen neuen Standard für große Sportveranstaltungen setzen, kooperativ, ganzheitlich, nachhaltig vor, während und nach dem Event."

Die UEFA verteilte ihrerseits erhebliche Summen. Das HatTrick-Programm, das den europäischen Fußball von der Basis bis zur Spitze fördert, erhielt 935 Millionen Euro aus den Turniererlösen. Die teilnehmenden Verbände teilten sich Preisgelder von 331 Millionen Euro, die Klubs erhielten 240 Millionen Euro als Kompensation für die Abstellung ihrer Spieler.

Wirtschaftsbilanz der EURO 2024: 7,442 Mrd. Euro Gesamteffekt. 2,063 Mrd. Euro direkter Effekt. Multiplikator 3,29. 711,3 Mio. Euro Zuschauerausgaben. 935 Mio. Euro UEFA-Investitionen in europäischen Fußball.

Modus und Regeln: So funktionierte die EURO 2024

Die Europameisterschaft 2024 folgte dem etablierten Format mit 24 Teilnehmern, das seit 2016 zum Einsatz kommt. Sechs Gruppen mit je vier Teams bildeten die Vorrunde, gefolgt von einer K.O.-Phase mit Achtelfinale, Viertelfinale, Halbfinale und Finale. Das System kombiniert Gruppenwettbewerb mit dem Nervenkitzel direkter Ausscheidungsspiele.

In der Gruppenphase trat jede Mannschaft einmal gegen jeden Gruppengegner an. Drei Punkte gab es für einen Sieg, einen Punkt für ein Unentschieden, null Punkte für eine Niederlage. Die Tabelle wurde nach folgenden Kriterien sortiert: Punkte, Tordifferenz, erzielte Tore, Direktvergleich zwischen punktgleichen Teams, Fair-Play-Wertung.

Das Besondere am 24-Teams-Format: Nicht nur die beiden Erstplatzierten jeder Gruppe qualifizierten sich für das Achtelfinale, sondern auch die vier besten Drittplatzierten. Von sechs Gruppendritten schafften es vier weiter. Die Auswahl erfolgte nach denselben Kriterien wie die Gruppentabelle. Dieses System belohnt Mannschaften, die trotz verpasstem Gruppensieg eine solide Bilanz vorweisen können.

In der K.O.-Runde galt: Unentschieden nach 90 Minuten führte zu einer Verlängerung von zweimal 15 Minuten. Endete auch diese remis, entschied das Elfmeterschießen. Bei der EURO 2024 benötigten drei Achtelfinalspiele und ein Viertelfinale eine Verlängerung. Zwei Partien wurden im Elfmeterschießen entschieden: Frankreich gegen Portugal und England gegen die Schweiz im Viertelfinale.

Die Anzahl der Einwechslungen war auf fünf pro Team und Spiel begrenzt, verteilt auf maximal drei Wechselgelegenheiten plus die Halbzeitpause. In der Verlängerung stand jedem Team eine zusätzliche Einwechslung zu. Die Kadergröße betrug 26 Spieler, drei mehr als bei früheren Turnieren.

Gelbe Karten wurden nach dem Viertelfinale gestrichen. Wer bis dahin zwei Verwarnungen gesammelt hatte, startete im Halbfinale mit sauberer Bilanz. Eine Regelung, die sicherstellen soll, dass die besten Spieler in den entscheidenden Phasen zur Verfügung stehen.

Nachhaltigkeit der EURO 2024: ESG-Strategie und Klimabilanz

Die UEFA positionierte die EURO 2024 als Vorreiter für nachhaltige Sportgroßveranstaltungen. Mit einem ESG-Budget von 30,6 Millionen Euro investierte der Verband laut UEFA ESG Report mehr als je zuvor in ökologische und soziale Maßnahmen. Das Ergebnis: Eine Klimabilanz, die Maßstäbe setzt, auch wenn der Gesamtfußabdruck naturgemäß erheblich blieb.

Fußballfans reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur EURO 2024 in Deutschland
81 Prozent der Fans nutzten nachhaltige Verkehrsmittel wie Bahn und Bus

Der Gesamtausstoß des Turniers belief sich auf 316.912 Tonnen CO2-Äquivalente. Davon entfielen 248.957 Tonnen auf die Anreise der Zuschauer, 67.955 Tonnen auf den operativen Betrieb. Professor Ralf Roth von der Deutschen Sporthochschule Köln ordnete ein: „Mehr als 85 Prozent der Treibhausgasemissionen bei großen Sportveranstaltungen wie der EURO 2024 entstehen durch Nah- und Fernverkehr sowie die Unterbringung der Gäste aus aller Welt."

Umso bemerkenswerter die Mobilitätsbilanz: 81 Prozent der Stadionbesucher nutzten nachhaltige Verkehrsmittel, sprich Bahn, Bus oder Fahrrad. Die Kombination aus Gratis-ÖPNV mit dem Matchticket und dem gut ausgebauten deutschen Schienennetz machte dies möglich. Die Teams reduzierten ihre Flugreisen um 75 Prozent gegenüber der EURO 2016 in Frankreich, ein Effekt der kompakteren Geografie Deutschlands.

Der Climate Fund der UEFA stellte 7,925 Millionen Euro für Klimaprojekte im Amateurfußball bereit. 328 Projekte in 227 Klubs und 21 Landesverbänden wurden gefördert. Die erwartete CO2-Einsparung durch diese Maßnahmen: 67.000 Tonnen. Damit kompensierte das Programm rechnerisch den gesamten operativen Fußabdruck des Turniers. Viele der geförderten Projekte, darunter Photovoltaikanlagen und energieeffiziente Flutlichtanlagen, produzieren auch im Frühjahr 2026 weiterhin Einsparungen für die Vereine.

Michele Uva, UEFA-Direktor für Nachhaltigkeit, formulierte den Anspruch: „Die Vision von UEFA EURO 2024 ist es, zum Maßstab für nachhaltige Veranstaltungen in der Sportwelt zu werden und durch unsere ESG-Strategie ein Motor für nachhaltige Entwicklung zu sein."

Die Abfallbilanz bestätigt den Kurs: Null Prozent der Abfälle landeten auf Deponien. 4,789 Millionen Getränke wurden in Mehrwegbechern ausgeschenkt. Das Abfallaufkommen pro Zuschauer sank um 36 Prozent gegenüber der EURO 2016. In den Fan Zones absolvierten 38.000 Menschen eine Kurzschulung in Wiederbelebung, ein soziales Nachhaltigkeitsprojekt mit potenziell lebensrettender Wirkung.

Die EURO 2024 investierte 30,6 Mio. Euro in Nachhaltigkeit. Der Climate Fund finanzierte 328 Projekte im Amateurfußball. 81 Prozent der Fans reisten mit Bahn, Bus oder Rad an.

Häufige Fragen zur EURO 2024

Wann und wo fand das EM-Finale 2024 statt?

Das Finale der UEFA EURO 2024 fand am 14. Juli 2024 im Berliner Olympiastadion statt. Spanien besiegte England mit 2:1 und sicherte sich damit den vierten Europameistertitel seiner Geschichte. Die Tore für Spanien erzielten Nico Williams in der 47. Minute und Mikel Oyarzabal in der 86. Minute. Cole Palmer hatte zwischenzeitlich für England ausgeglichen. 71.000 Zuschauer im Stadion und 320 Millionen Fernsehzuschauer weltweit verfolgten das Endspiel.

Welche Sender zeigten die EM im Free-TV?

Die EURO 2024 wurde in Deutschland von ARD, ZDF und RTL im frei empfangbaren Fernsehen übertragen. ARD und ZDF teilten sich 34 Spiele, darunter alle Deutschland-Partien, die Halbfinals und das Finale. RTL zeigte 12 Begegnungen, vorwiegend Gruppenspiele ohne deutsche Beteiligung. MagentaTV bot als einziger Anbieter alle 51 Spiele live, war jedoch kostenpflichtig. Die höchste Einschaltquote erreichte das Viertelfinale Deutschland gegen Spanien mit 27,154 Millionen Zuschauern in der ARD.

Wie kamen Gruppendritte ins Achtelfinale?

Von den sechs Gruppendritten qualifizierten sich die vier besten für das Achtelfinale. Die Rangfolge wurde nach Punkten, Tordifferenz und erzielten Toren ermittelt. Bei der EURO 2024 erreichten die Niederlande, Slowenien, Slowakei und Georgien über diesen Weg die K.O.-Runde. Das System der besten Drittplatzierten existiert seit der Erweiterung auf 24 Teams im Jahr 2016 und sorgt für Spannung bis zum letzten Gruppenspieltag.