EM 2024 Halbfinale: Spanien-Frankreich, England-Niederlande
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Die Halbfinals der EM 2024 fanden in München und Dortmund statt — zwei Städte, die den deutschen Fußball wie kaum andere verkörpern. Spanien traf auf Frankreich, England auf die Niederlande. Es waren die letzten Hürden vor dem Finale in Berlin, und die vier verbliebenen Mannschaften wussten: Nur noch 90 Minuten — oder mehr — trennten sie vom größten Spiel des europäischen Fußballs.
Die Halbfinalisten repräsentierten unterschiedliche Philosophien. Spanien setzte auf Tempo und Jugend, Frankreich auf Erfahrung und Defensive. England kam durch individuelle Momente weiter, die Niederlande durch kollektive Stärke. Welche Philosophie sich durchsetzen würde, sollten die beiden Halbfinals zeigen — und sie lieferten Antworten, die niemand erwartet hatte.
Das erste Halbfinale am 9. Juli in München brachte Spanien und Frankreich zusammen, das zweite am 10. Juli in Dortmund England und die Niederlande. Am Ende standen die Finalisten fest: Spanien und England würden in Berlin um den Titel spielen. Frankreich und die Niederlande verabschiedeten sich — so nah am Ziel und doch so weit entfernt.
Spanien vs. Frankreich
Das Halbfinale zwischen Spanien und Frankreich in der Münchner Allianz Arena war ein Duell der Gegensätze. Spanien kam mit dem Selbstvertrauen einer makellosen Turnierleistung, Frankreich mit der Erfahrung zahlloser Endrunden. Doch an diesem Abend war La Roja nicht zu stoppen. Ein 2:1-Sieg beendete Frankreichs Traum vom dritten EM-Titel und bestätigte Spanien als Favorit für das Finale.
Lamine Yamal erzielte das Tor des Turniers — und wurde damit zum jüngsten Torschützen in der Geschichte der Europameisterschaften. Mit nur 16 Jahren und 362 Tagen traf der Teenager aus Barcelona mit einem Schuss aus 25 Metern in den Winkel. Es war ein Moment der Magie, der die Welt an die besten Tage von Messi und Maradona erinnerte. Yamal spielte, als hätte er nie etwas anderes getan, und die französische Defensive fand keine Antwort auf seine Unberechenbarkeit.
Kolo Muani hatte Frankreich früh in Führung gebracht, Yamal glich aus und Dani Olmo erzielte kurz darauf den Siegtreffer. Die französische Mannschaft, die das gesamte Turnier über auf Sicherheit gesetzt hatte, fand keinen Weg mehr zurück. Mbappé, der erstmals ohne Gesichtsmaske nach seinem Nasenbeinbruch spielte, blieb blass. Griezmann fand nicht ins Spiel. Es war ein Abend, an dem Spaniens Jugend über Frankreichs Routine triumphierte.
Die Statistiken unterstrichen Spaniens Dominanz: mehr Ballbesitz, mehr Torschüsse, mehr Eckbälle. Frankreich spielte reaktiv und wartete auf Chancen, die nie kamen. Der Weltmeister von 2018 verabschiedete sich aus dem Turnier — geschlagen von einer Mannschaft, die mit ihrer Spielweise eine neue Ära des spanischen Fußballs einläutete.
England vs. Niederlande
Das zweite Halbfinale im Dortmunder Stadion brachte ein dramatisches Duell zwischen England und den Niederlanden. Die Three Lions, die das gesamte Turnier über kritisiert worden waren, zeigten ihre beste Leistung — und brauchten dennoch ein spätes Tor, um ins Finale einzuziehen. Am Ende stand ein 2:1-Sieg, der Englands zweiten Finaleinzug in Folge bei einer EM besiegelte.
Xavi Simons brachte die Niederlande früh in Führung mit einem Schuss aus der Distanz, der keine Chance für Pickford ließ. Das Tor fiel bereits in der siebten Minute und setzte England sofort unter Druck. Die Three Lions mussten kommen, und sie taten es — aber es dauerte bis zur 18. Minute, ehe Harry Kane per Elfmeter ausglich. Der Strafstoß war umstritten, aber der VAR bestätigte die Entscheidung. Es war Kanes viertes Tor im Turnier und ein wichtiger Treffer für die englische Moral.
Das Spiel wogte hin und her, beide Teams hatten Chancen, doch keines konnte sich entscheidend absetzen. Die Niederlande drückte, England konterte, und die Spannung im Stadion war mit Händen zu greifen. Es war das Duell zweier Teams, die alles gaben — und bei denen am Ende ein einziger Moment entscheiden würde.
Dann kam Ollie Watkins. Der Stürmer von Aston Villa, der das gesamte Turnier über auf der Bank gesessen hatte, wurde in der 81. Minute eingewechselt — und schrieb neun Minuten später Geschichte. In der 90. Minute traf er zum 2:1 und schickte England ins Finale. Cole Palmer spielte den entscheidenden Pass, Watkins vollendete mit einem Schuss ins kurze Eck. Es war ein Moment, der Watkins‘ Karriere definieren wird: ein Tor im Halbfinale einer EM, ein Treffer, der Millionen Engländer in Ekstase versetzte.
Für die Niederlande endete das Turnier mit einer bitteren Niederlage. Oranje hatte kämpferisch überzeugt, aber am Ende fehlte die letzte Konsequenz. Virgil van Dijk und Memphis Depay hatten alles gegeben, doch es reichte nicht. Die niederländische Mannschaft verabschiedete sich mit erhobenem Haupt — aber auch mit dem Wissen, dass das Finale zum Greifen nah gewesen war. Ronald Koeman hatte sein Team weit gebracht, aber der letzte Schritt blieb verwehrt.
Der Weg ins Finale
Die Wege der beiden Finalisten könnten unterschiedlicher kaum gewesen sein. Spanien marschierte durch das Turnier mit einer Dominanz, die an die besten Jahre der Tiki-Taka-Ära erinnerte. Sieben Spiele, sieben Siege — eine makellose Bilanz, die keinen Zweifel an Spaniens Favoritenrolle ließ. Die Spanier erzielten 13 Tore und kassierten nur vier Gegentreffer, eine Bilanz, die die Qualität auf beiden Seiten des Platzes unterstrich.
England hingegen stolperte von Runde zu Runde, rettete sich durch späte Tore und Elfmeterschießen und überzeugte spielerisch nur selten. Die Three Lions erzielten acht Tore, davon drei in den letzten zehn Minuten von Spielen. Es war ein Turnier der Nerven für die englischen Fans, die zwischen Verzweiflung und Euphorie schwankten. Doch am Ende stand England im Finale — und im Fußball zählt nur das Ergebnis.
Trainer Luis de la Fuente fasste Spaniens Erfolgsgeheimnis nach dem Halbfinale zusammen. Über Lamine Yamal sagte er: „Wir haben ein Genie gesehen, das Produkt eines Genies.“ Es war eine Aussage, die die Bedeutung des 16-Jährigen für diese Mannschaft unterstrich. Yamal war nicht nur der jüngste Torschütze der EM-Geschichte — er war das Symbol einer neuen Generation spanischer Fußballer, die bereit waren, die Welt zu erobern. Seine Kombination aus Technik, Schnelligkeit und Kaltschnäuzigkeit war einzigartig für einen Spieler seines Alters.
England kam durch Moral und Willenskraft ins Finale. Die Three Lions hatten in der Vorrunde enttäuscht, sich im Achtelfinale in letzter Sekunde gerettet und im Viertelfinale im Elfmeterschießen gewonnen. Doch im Halbfinale zeigten sie endlich Ansätze dessen, was mit diesem Kader möglich war. Gareth Southgate hatte sein Team durch schwierige Momente geführt, und nun stand das große Ziel vor der Tür: der erste Titel seit 1966.
Fazit
Die Halbfinals der EURO 2024 lieferten zwei unterschiedliche Geschichten. In München dominierte Spanien mit jugendlichem Elan und taktischer Brillanz. In Dortmund kämpfte sich England mit Willenskraft und einem späten Tor ins Finale. Beide Wege führten nach Berlin, wo der neue Europameister gekürt werden würde. Die Halbfinals hatten gezeigt, dass es im Fußball keinen vorgezeichneten Weg zum Erfolg gibt — manchmal ist Brillanz entscheidend, manchmal pure Willenskraft.
Für Frankreich und die Niederlande endete das Turnier in den Halbfinals. Beide Teams hatten viel investiert und waren so nah am Finale gewesen. Doch im entscheidenden Moment fehlte der letzte Funke — die entscheidende Aktion, die den Unterschied gemacht hätte. Es waren bittere Niederlagen, die noch lange nachhallen werden.
Detaillierte Spielberichte und Analysen zu beiden Halbfinals finden sich auf der offiziellen UEFA-Turnierseite. Die Halbfinals hatten gezeigt, dass im Fußball verschiedene Wege zum Erfolg führen können — aber nur einer zum Titel.