EM 2024 Stadien: Alle 10 Spielorte der Europameisterschaft im Porträt
Sportvorhersagen
Ladevorgang...
Ladevorgang...

Die EM Stadien der EURO 2024 bildeten das Bühnenbild für vier Wochen Fußballgeschichte. Zehn Arenen in zehn deutschen Städten empfingen 24 Nationalmannschaften und über 2,6 Millionen Zuschauer. Von der historischen Kulisse des Berliner Olympiastadions bis zur modernen Architektur der Münchner Allianz Arena — jeder Spielort brachte seinen eigenen Charakter mit, seine eigene Geschichte, seine eigene Atmosphäre. Zusammen formten sie das Rückgrat eines Turniers, das Deutschland als Gastgeber in bestem Licht präsentierte.
Die Auswahl der Stadien folgte einem klaren Konzept. Geografische Verteilung über das gesamte Bundesgebiet sollte möglichst vielen Fans kurze Wege ermöglichen. Moderne Infrastruktur, ausreichende Kapazität und Erfahrung mit Großveranstaltungen waren weitere Kriterien. Die meisten Stadien hatten bereits die WM 2006 ausgerichtet und konnten auf diese Erfahrung zurückgreifen. Das Ergebnis: Eine Mischung aus legendären Fußballtempeln und modernen Multifunktionsarenen, die gemeinsam das Fundament des Turniers bildeten.
Diese Übersicht stellt alle zehn Spielorte der Europameisterschaft 2024 vor. Sie zeigt, welche Spiele wo stattfanden, wie viele Zuschauer kamen und was die Stadien besonders macht. Dazu kommen Informationen zur Nachhaltigkeit — ein Thema, das bei diesem Turnier besondere Bedeutung hatte — und praktische Hinweise zur Anreise. Für alle, die mehr wissen wollen als nur die Namen, bietet dieser Überblick den Einstieg in die Welt der zehn EM-Arenen.
Berlin: Olympiastadion
Das Berliner Olympiastadion war der würdige Rahmen für das Finale der EURO 2024. Am 14. Juli 2024 sahen hier 71.000 Zuschauer, wie Spanien England mit 2:1 bezwang und zum vierten Mal Europameister wurde. Die Arena, erbaut für die Olympischen Spiele 1936 und grundlegend modernisiert für die WM 2006, verband historisches Gewicht mit zeitgemäßer Funktionalität. Ein Stadion, das Geschichte atmet und zugleich den Anforderungen eines modernen Fußballturniers gerecht wird.
Insgesamt fanden sechs Spiele im Olympiastadion statt. Neben dem Finale gastierte hier ein Viertelfinale, ein Achtelfinale und drei Gruppenspiele. Die Mischung aus internationalen Top-Partien und Gruppenspielen ohne deutsche Beteiligung zeigte die Vielseitigkeit des Standorts. Berlin konnte Finale ebenso wie „normale“ EM-Partien — und füllte das Stadion jedes Mal bis auf den letzten Platz.
Die Kapazität von 71.000 Plätzen machte das Olympiastadion zur größten Arena des Turniers. Die weite Laufbahn zwischen Tribünen und Spielfeld, ein Relikt der Leichtathletik-Tradition, schafft mehr Distanz als in reinen Fußballstadien. Manche Fans bemängeln das, andere schätzen die Übersicht und die besondere Optik. Für das Finale spielte es keine Rolle — die Atmosphäre war elektrisierend, und die Akustik trug den Jubel weit über die Ränge hinaus.
Die Fan Zone am Brandenburger Tor ergänzte das Stadionerlebnis. Hier verfolgten Hunderttausende die Spiele auf Großleinwänden, feierten bei Toren, litten bei Gegentreffern. Berlin wurde während der EM zum Treffpunkt für Fans aus ganz Europa, und das Olympiastadion war das Herzstück dieser Zusammenkunft. Die Stadt und ihre Arena passten zusammen — historisch bedeutsam, international vernetzt, bereit für das große Ereignis.
München: Allianz Arena
Die Allianz Arena, Heimat des FC Bayern München, übernahm die prestigeträchtigste Aufgabe neben dem Finale: das Eröffnungsspiel. Am 14. Juni 2024 sahen hier 67.000 Zuschauer, wie Deutschland Schottland mit 5:1 deklassierte. Ein perfekter Start in ein Turnier, das die Nation begeistern sollte — und die Arena in Fröttmaning lieferte den passenden Rahmen.
Sechs Spiele insgesamt fanden in München statt, darunter neben dem Eröffnungsspiel auch ein Halbfinale. Spanien gegen Frankreich am 9. Juli war die letzte Partie in der Arena, und sie lieferte Drama pur: Lamine Yamals Tor zum Ausgleich, Spaniens Sieg, der Weg ins Finale geebnet. Die Allianz Arena hatte ihre Momente.
Architektonisch ist das 2005 eröffnete Stadion ein Statement. Die leuchtende Außenhülle, die während des Turniers in verschiedenen Farben strahlte, prägt das Münchner Stadtbild. Die steilen Ränge bringen 67.000 Zuschauer nah ans Geschehen, die Akustik verstärkt jeden Gesang. Für Atmosphäre ist gesorgt, wenn die Tribünen voll sind — und das waren sie bei der EM durchgehend.
Die Anbindung über öffentliche Verkehrsmittel funktionierte reibungslos. Die U-Bahn-Station Fröttmaning liegt direkt am Stadion, die Kapazität wurde während des Turniers erweitert. Wer mit dem Auto kam, fand auf den großzügigen Parkflächen Platz — auch wenn die Anfahrt zeitintensiv sein konnte. München hatte Erfahrung mit Großveranstaltungen, und das merkte man.
Dortmund: Signal Iduna Park
Der Signal Iduna Park, besser bekannt als Westfalenstadion, brachte die legendäre „Gelbe Wand“ in das EM-Geschehen ein. Mit 62.000 Plätzen für internationale Spiele — die Stehplätze wurden für das Turnier bestuhlt — bot Dortmund eine Atmosphäre, die ihresgleichen suchte. Die Südtribüne, normalerweise mit über 24.000 Stehplätzen Europas größte, wurde für die EM in eine Sitzplatztribüne verwandelt, behielt aber ihre akustische Wucht.
Sechs Spiele fanden hier statt, darunter ein Halbfinale und das denkwürdige Achtelfinale Deutschland gegen Dänemark. Das Unwetter, das diese Partie unterbrach, bleibt in Erinnerung: Blitze über dem Stadiondach, Hagel auf den Tribünen, eine halbe Stunde Unterbrechung. Als es weiterging, gewann Deutschland 2:0. Dortmund hatte sein Highlight, auch wenn das Wetter nicht mitspielte.
Das Stadion des BVB ist mehr als nur Spielstätte — es ist ein Symbol für die Fußballkultur im Ruhrgebiet. Die Fans, die während der EM aus aller Welt kamen, erlebten, was diesen Ort besonders macht. Die Nähe zum Spielfeld, die steilen Ränge, der Lärmpegel bei Toren. Dortmund liefert Fußballatmosphäre pur, und das galt auch während der Europameisterschaft.
Die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr war gut, aber nicht perfekt. Die Straßenbahn zum Stadion bewältigte die Massen, brauchte aber Zeit. Wer früh kam, hatte Vorteile. Wer spät kam, erlebte Gedränge. Dortmund lernte aus den Erfahrungen früherer Großveranstaltungen und passte die Logistik an — mit Erfolg.
Stuttgart, Köln, Frankfurt
Die drei Stadien im mittleren und südwestlichen Deutschland bildeten das Rückgrat der Gruppenphase und der frühen K.O.-Runde. Stuttgart mit der Mercedes-Benz Arena, Köln mit dem RheinEnergieStadion und Frankfurt mit der Deutsche Bank Park Arena trugen gemeinsam 15 Spiele aus — fast ein Drittel des gesamten Turniers. Jede Stadt brachte ihren eigenen Charakter ein, jedes Stadion seine eigene Atmosphäre.
Stuttgart empfing 54.000 Zuschauer pro Spiel und wurde zum Schauplatz des epischen Viertelfinals Deutschland gegen Spanien. Das 1:2 nach Verlängerung beendete den deutschen Traum, aber die Atmosphäre in der Arena blieb unvergessen. Florian Wirtz‘ Ausgleich in der 89. Minute, die Hoffnung auf die Verlängerung, Merinos Siegtreffer in der 119. — Stuttgart erlebte Fußball in seiner intensivsten Form. Die Mercedes-Benz Arena, Heimat des VfB Stuttgart, erwies sich als würdiger Rahmen für dieses Duell der Giganten.
Insgesamt fünf Spiele fanden in Stuttgart statt, darunter zwei weitere K.O.-Partien und zwei Gruppenspiele. Die Arena mit ihrer steilen Gegengerade erzeugt eine Akustik, die selbst erfahrene Profis beeindruckt. Die Anbindung über den Hauptbahnhof und die S-Bahn zum Stadion funktionierte reibungslos, auch wenn die Wege vom Bahnsteig bis zum Sitzplatz Zeit erforderten. Stuttgart zeigte, dass es große Fußballabende kann.
Köln bot mit dem RheinEnergieStadion eine kompakte Arena für 43.000 Zuschauer. Die Heimat des 1. FC Köln, bekannt für ihre Nähe zum Spielfeld und die lautstarke Unterstützung der Fans, war Austragungsort von fünf Spielen. Die Gruppenpartien zogen ein gemischtes internationales Publikum an, das den rheinischen Charme der Stadt ebenso genoss wie den Fußball in der Arena. Die Anreise über den Hauptbahnhof und die Straßenbahn funktionierte reibungslos, die Kölner Gastfreundschaft tat ihr Übriges. Die Altstadt mit Dom und Rheinufer wurde zum Treffpunkt für Fans aus aller Welt.
Frankfurt komplettierte das Trio mit der Deutsche Bank Park Arena und ihren 48.000 Plätzen. Die Heimat von Eintracht Frankfurt, die 2022 die Europa League gewann, kannte Europapokalnächte und brachte diese Erfahrung in die EM ein. Fünf Spiele fanden hier statt, darunter das Gruppenspiel Deutschland gegen die Schweiz, das mit einem 1:1 endete und erste Zweifel an der deutschen Defensive aufkommen ließ. Die zentrale Lage Frankfurts und die gute Anbindung an den internationalen Flughafen machten die Stadt zur logistischen Drehscheibe des Turniers. Viele Fans kombinierten ihre Spielbesuche mit der Anreise über Frankfurt am Main, und die Hotelbranche profitierte entsprechend.
Gelsenkirchen, Düsseldorf, Hamburg
Der Norden und Westen Deutschlands war mit drei weiteren Stadien vertreten. Gelsenkirchen mit der Veltins-Arena, Düsseldorf mit der Merkur Spiel-Arena und Hamburg mit dem Volksparkstadion boten jeweils eigene Reize und trugen zusammen dreizehn Spiele aus. Jede dieser Arenen hatte ihre Besonderheiten, jede Stadt ihre eigene Fußballkultur.
Gelsenkirchen, Heimat des FC Schalke 04, stellte mit der Veltins-Arena und ihren 50.000 Plätzen eine der modernsten Spielstätten des Turniers. Das schließbare Dach erwies sich während des wechselhaften deutschen Sommers als Vorteil — Regen konnte das Spiel nicht beeinträchtigen, wenn das Dach geschlossen war. Die Arena verfügt zudem über einen ausfahrbaren Rasen, der zwischen den Spielen im Freien regenerieren kann. Vier Spiele fanden hier statt, darunter das Achtelfinale England gegen die Slowakei mit Bellinghams legendärem Fallrückzieher in der 95. Minute. Die Arena im Ruhrgebiet zeigte, dass auch abseits von Dortmund großer Fußball möglich ist.
Düsseldorf überraschte mit der Merkur Spiel-Arena und ihren 47.000 Plätzen. Die Heimat von Fortuna Düsseldorf, eines Vereins mit wechselvoller Geschichte zwischen erster und zweiter Liga, war Gastgeber für vier Spiele. Darunter befanden sich attraktive Gruppenpartien mit Frankreich und Österreich, die internationales Publikum in die Stadt am Rhein lockten. Die Fan Zone am Rheinufer wurde zum beliebten Treffpunkt, die Altstadt mit ihren Kneipen zum Ort der Nachbesprechungen. Die Anbindung über den Hauptbahnhof und die Straßenbahn funktionierte, auch wenn die Kapazität bei Spitzenlast an ihre Grenzen kam. Düsseldorf bewies, dass auch Städte ohne Erstligaverein ein EM-Gastgeber sein können.
Hamburg brachte mit dem Volksparkstadion und seinen 49.000 Plätzen hanseatisches Flair in das Turnier. Fünf Spiele fanden in der Heimat des HSV statt, darunter das Gruppenspiel Niederlande gegen Polen, das die Oranje-Fans in die Stadt lockte. Hamburg nutzte die EM als Schaufenster für seine Gastfreundschaft, und die Stadt erfüllte die Erwartungen. Die Fan Zone am Heiligengeistfeld zog Tausende an, die Reeperbahn wurde zum internationalen Treffpunkt nach den Spielen. Die Anbindung an das Stadion über die S-Bahn funktionierte, wenn auch mit den üblichen Engpässen bei Großveranstaltungen. Hamburg bewies, dass auch im Norden Fußballfeste gefeiert werden können — mit der Gelassenheit, die man von der Hansestadt erwartet.
Leipzig: Red Bull Arena
Leipzig komplettierte die zehn Spielorte mit der Red Bull Arena und ihren 40.000 Plätzen — dem kleinsten, aber auch jüngsten Stadion des Turniers. Die Heimat von RB Leipzig, 2004 als Zentralstadion wiedereröffnet und später umgebaut, brachte ostdeutsche Präsenz in die EM. Vier Spiele fanden hier statt, darunter das Achtelfinale Österreich gegen die Türkei, das mit einem 2:1 für die Türken endete.
Eine Besonderheit verband Leipzig mit dem gesamten Turnier: Im FTECH Hub, dem Technologiezentrum der UEFA, liefen alle VAR-Entscheidungen zusammen. Die vier Videoschiedsrichter-Räume befanden sich in Leipzig, und von hier aus wurden die kritischen Szenen aller 51 Spiele überprüft. Für die Fans vor Ort unsichtbar, für die Fairness des Turniers unverzichtbar. Leipzig war damit nicht nur Spielort, sondern auch Kommandozentrale der Schiedsrichtertechnologie.
Die Stadt nutzte die EM als Gelegenheit, sich einem internationalen Publikum zu präsentieren. Die Fan Zone am Augustusplatz wurde zum Treffpunkt, die historische Innenstadt zum Flaniergebiet. Kneipen und Restaurants profitierten von den Besuchern, die zwischen den Spielen die Stadt erkundeten. Leipzig zeigte, dass die neuen Bundesländer nicht nur Spielort, sondern auch herzliche Gastgeber sein können.
Die Anbindung funktionierte gut. Der Hauptbahnhof liegt zentral und ist einer der größten Kopfbahnhöfe Europas. Die Straßenbahn führt direkt zum Stadion, die Taktung wurde während des Turniers verdichtet. Wer aus dem Westen anreiste, kam oft über Berlin oder nutzte den Flughafen Leipzig/Halle. Die kompakten Wege innerhalb der Stadt erleichterten die Orientierung für internationale Gäste. Leipzig präsentierte sich als Gastgeberstadt, die ihren Platz in der EM-Familie verdient hatte.
Nachhaltigkeit der Stadien
Die zehn EM-Stadien setzten bei der EURO 2024 neue Maßstäbe in Sachen Nachhaltigkeit. Laut dem UEFA ESG Report wurden alle Stadien zu 100 Prozent mit erneuerbarer Energie betrieben — ein Novum für ein Fußballturnier dieser Größenordnung. Solar-, Wind- und Wasserkraft versorgten Flutlicht, Klimaanlagen und die gesamte Infrastruktur.
Die Barrierefreiheit war ein weiterer Schwerpunkt. Insgesamt 4.451 Parkplätze für Menschen mit Behinderung standen an den zehn Standorten zur Verfügung. Rollstuhlgerechte Sitzplätze mit freier Sicht aufs Spielfeld, barrierefreie Toiletten und geschultes Personal ergänzten das Angebot. Über 10.000 Besucher mit Einschränkungen nutzten diese Infrastruktur während des Turniers — ein Zeichen dafür, dass große Fußballveranstaltungen für alle zugänglich sein können.
Alle zehn Stadien verfügten über genderneutrale Toiletten — ein Detail, das für viele selbstverständlich klingt, aber bei internationalen Großveranstaltungen keineswegs Standard ist. Die UEFA und die lokalen Organisatoren legten Wert darauf, dass sich alle Gäste willkommen fühlen, unabhängig von Geschlechtsidentität oder körperlichen Einschränkungen.
Célia Šašić, Botschafterin der EURO 2024 und Vizepräsidentin des DFB, betonte in einem Statement vor dem Bundestag die Bedeutung dieser Maßnahmen: „Es ist ein Novum für ein UEFA-Turnier, dass der Spielplan unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten erstellt wurde.“ Die Routen zwischen den Spielorten wurden so geplant, dass Mannschaften und Fans möglichst kurze Wege hatten. Dieses Konzept reduzierte Reisekilometer und damit Emissionen — ein Ansatz, der bei zukünftigen Turnieren Schule machen könnte.
Die Abfallwirtschaft in den Stadien folgte einem Null-Deponie-Prinzip: Kein Müll landete auf der Mülldeponie. Recycling und Wiederverwertung hatten Priorität. Über 4,7 Millionen Getränke wurden in Mehrwegbechern serviert, die nach dem Turnier gereinigt und wiederverwendet oder recycelt wurden. Im Vergleich zur EURO 2016 reduzierten diese Maßnahmen den Abfall um 36 Prozent.
Anreise zu den Stadien
Die Anreise zu den EM-Stadien war ein logistisches Großprojekt, das durch die Zusammenarbeit von Städten, Deutscher Bahn und lokalen Verkehrsbetrieben bewältigt wurde. Das Ergebnis war bemerkenswert: Laut UEFA Tournament Summary nutzten 81 Prozent der Stadionbesucher öffentliche Verkehrsmittel, das Fahrrad oder kamen zu Fuß. Nur ein knappes Fünftel reiste mit dem Auto an — ein Wert, der die Wirksamkeit der Nachhaltigkeitsstrategie belegt.
Die Kombitickets, die Eintrittskarte und ÖPNV-Nutzung verbanden, erleichterten die Entscheidung gegen das Auto erheblich. In den meisten Städten war der Nahverkehr am Spieltag für Ticketinhaber kostenlos — ein Anreiz, der funktionierte und Nachahmer verdient. Straßenbahnen, U-Bahnen und S-Bahnen wurden verstärkt eingesetzt, Sonderzüge fuhren vor und nach den Spielen in dichtem Takt. Die lokalen Verkehrsbetriebe hatten sich auf das Turnier vorbereitet und lieferten.
Die Deutsche Bahn spielte eine zentrale Rolle bei der Verbindung der zehn Spielorte. Fernzüge verbanden die Städte miteinander, und viele Fans nutzten das Schienennetz, um mehrere Standorte während des Turniers zu besuchen. Die Kapazitäten wurden erhöht, zusätzliche Waggons eingesetzt, auch wenn Verspätungen und Ausfälle — typisch für die Deutsche Bahn — nicht vollständig ausblieben. Wer flexibel plante und Puffer einkalkulierte, kam trotzdem ans Ziel. Die Erfahrungen dürften in die Planung zukünftiger Großveranstaltungen einfließen.
Für jene, die mit dem Auto anreisten, standen Park-and-Ride-Angebote zur Verfügung. Große Parkplätze am Stadtrand, kombiniert mit Shuttle-Bussen oder Nahverkehrsanbindung, sollten den Innenstadtverkehr entlasten. Die Empfehlung der Organisatoren war eindeutig: Lass das Auto stehen, wenn möglich. Die Mehrheit folgte diesem Rat, was die Verkehrssituation rund um die Stadien entspannte und die Nachbereitung erleichterte. Die EURO 2024 bewies, dass nachhaltige Mobilität bei Großveranstaltungen möglich ist — wenn die Infrastruktur stimmt und die Anreize richtig gesetzt werden.
Kapazitäten im Vergleich
Die zehn EM-Stadien boten zusammen eine Kapazität von etwa 540.000 Plätzen pro Spieltag. Das Berliner Olympiastadion führte die Liste mit 71.000 Plätzen an, gefolgt von der Allianz Arena in München (67.000) und dem Signal Iduna Park in Dortmund (62.000). Am anderen Ende der Skala stand die Red Bull Arena in Leipzig mit 40.000 Plätzen — groß genug für die Gruppenphase, aber zu klein für die späten K.O.-Runden. Dazwischen reihten sich Stuttgart (54.000), Gelsenkirchen (50.000), Hamburg (49.000), Frankfurt (48.000), Düsseldorf (47.000) und Köln (43.000) ein.
Die Verteilung der Spiele berücksichtigte diese Unterschiede sorgfältig. Das Finale und die Halbfinals fanden in den größten Arenen statt — Berlin, München, Dortmund. Die Viertelfinals spielten in Stuttgart, Düsseldorf, Hamburg und Berlin. Die Gruppenspiele verteilten sich gleichmäßiger, sodass auch kleinere Standorte wie Leipzig und Köln zum Zug kamen und ihre Gastfreundschaft unter Beweis stellen konnten.
Insgesamt fanden 51 Spiele statt, die sich wie folgt verteilten: Berlin (6), München (6), Dortmund (6), Stuttgart (5), Frankfurt (5), Köln (5), Hamburg (5), Düsseldorf (4), Gelsenkirchen (4), Leipzig (4). Die größeren Stadien übernahmen mehr K.O.-Spiele, die höhere Nachfrage und höhere Ticketpreise bedeuteten. Die kleineren Arenen konzentrierten sich auf die Gruppenphase, was den lokalen Fans günstigere Preise ermöglichte.
Die Auslastung war durchgehend hoch. Nahezu alle Spiele waren ausverkauft, die Gesamtbesucherzahl von 2.664.731 belegt das enorme Interesse. Im Durchschnitt sahen 52.250 Zuschauer jede Partie live im Stadion. Für detaillierte Informationen zu den einzelnen Stadien verweisen wir auf den offiziellen UEFA Tournament Summary sowie den UEFA ESG Report, die alle relevanten Daten dokumentieren.