EM 2024 Achtelfinale: Alle 8 Duelle der ersten K.O.-Runde
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Das EM Achtelfinale 2024 markierte den Beginn der K.O.-Phase — und damit den Punkt, an dem es für alle Mannschaften um alles oder nichts ging. Acht Duelle, 16 Teams, nur die Hälfte würde weiterkommen. Die Gruppenphase hatte die Spreu vom Weizen getrennt, nun begann der eigentliche Kampf um den Titel. Deutschland traf auf Dänemark, Spanien auf Georgien, und der Titelverteidiger Italien stand vor einer schweren Aufgabe gegen die Schweiz.
Die Paarungen versprachen Spannung auf höchstem Niveau. Favoriten trafen auf Außenseiter, Erfahrung auf Jugend, und der Turniermodus erlaubte keine Fehler mehr. Ein schlechter Tag, ein Moment der Unkonzentriertheit, und die EM war vorbei. Die erste K.O.-Runde lieferte Dramatik, Überraschungen und Momente, die in die Geschichte eingehen werden — vom Regenchaos in Dortmund bis zum Ende des italienischen Traums in Berlin.
Alle acht Duelle der ersten K.O.-Runde fanden zwischen dem 29. Juni und dem 2. Juli statt. Vier Tage, acht Spiele, und am Ende standen die Viertelfinalisten fest. Für Deutschland war das Achtelfinale ein Test, für Spanien eine Pflichtaufgabe, und für Italien das Ende einer Ära.
Paarungen und Ergebnisse
Das erste Achtelfinale brachte die Schweiz und Italien zusammen — und endete mit einer Sensation. Die Nati gewann 2:0 gegen den Titelverteidiger und beendete Italiens Traum von der Titelverteidigung. Remo Freuler und Ruben Vargas trafen für die Schweizer, die taktisch perfekt eingestellt waren und Italien keine Chance ließen. Es war das deutlichste Ergebnis der Runde und ein Statement für den Schweizer Fußball.
Deutschland setzte sich gegen Dänemark mit 2:0 durch, aber der Weg zum Sieg war steiniger als das Ergebnis vermuten lässt. Ein Gewitter unterbrach das Spiel in Dortmund, der VAR annullierte ein dänisches Tor wegen Abseits, und Kai Havertz verwandelte einen Elfmeter zum 1:0. Die DFB-Elf zeigte Nervenstärke in einem chaotischen Spiel und zog ins Viertelfinale ein.
Spanien erledigte seine Pflichtaufgabe gegen Georgien souverän. Ein 4:1-Sieg beendete das EM-Märchen der Georgier, die sich tapfer gewehrt hatten, aber letztlich der Klasse der Spanier unterlegen waren. Rodri, Fabián Ruiz, Nico Williams und Dani Olmo trafen für La Roja, die einmal mehr ihre Dominanz unter Beweis stellte.
England brauchte die Verlängerung gegen die Slowakei, um weiterzukommen. Ein Fallrückzieher von Jude Bellingham in der 95. Minute rettete die Three Lions vor dem Ausscheiden, Harry Kane traf in der Verlängerung zum 2:1-Endstand. Es war ein Spiel am Abgrund, das Englands Schwächen offenbarte, aber auch die individuelle Klasse im Kader.
Frankreich gewann gegen Belgien mit 1:0 durch ein Eigentor von Jan Vertonghen — ein symbolisches Ende für Belgiens goldene Generation, die erneut ohne Titel nach Hause fuhr. Es war ein taktisch geprägtes Spiel, in dem beide Teams wenig riskierten und auf Fehler des Gegners warteten. Vertonghen, einer der erfahrensten Verteidiger des Turniers, wurde zum tragischen Helden eines Spiels, das Belgiens Hoffnungen endgültig begrub.
Portugal setzte sich im Elfmeterschießen gegen Slowenien durch, nachdem Cristiano Ronaldo in der regulären Spielzeit einen Elfmeter verschossen hatte. Die emotionalen Szenen nach dem Fehlschuss — Ronaldos Tränen auf dem Platz, der Trost seiner Mitspieler — gehörten zu den bewegendsten Momenten des Turniers. Doch der Rekordtorschütze bewies Charakter: Im Elfmeterschießen verwandelte er sicher und führte Portugal ins Viertelfinale.
Die Niederlande besiegte Rumänien souverän mit 3:0 und beendete das rumänische Überraschungsturnier. Cody Gakpo erzielte das Führungstor und bereitete das zweite Tor vor, Donyell Malen traf doppelt und war der überragende Spieler des Spiels. Rumänien, das die Gruppe E gewonnen hatte, fand gegen die niederländische Offensive kein Mittel. Und Österreich scheiterte trotz einer guten Leistung an der Türkei mit 1:2 — das Ende einer beeindruckenden Turnierreise unter Ralf Rangnick. Die türkischen Fans verwandelten das Stadion in ein Meer aus Rot und feierten einen verdienten Sieg.
Deutschland vs. Dänemark
Das Achtelfinale zwischen Deutschland und Dänemark im Dortmunder Stadion wird in die Geschichte eingehen — nicht nur wegen des Ergebnisses, sondern wegen der Umstände. Ein heftiges Gewitter unterbrach das Spiel in der ersten Halbzeit für etwa 25 Minuten. Die Spieler verschwanden in den Kabinen, die Fans suchten Schutz, und der Rasen verwandelte sich in ein Schlachtfeld. Als es weiterging, war das Spiel ein Kampf gegen die Elemente ebenso wie gegen den Gegner.
Dänemark traf früh in der zweiten Halbzeit, doch der VAR annullierte das Tor wegen einer Abseitsstellung. Minuten später entschied der Video-Assistent erneut zugunsten Deutschlands: Handspiel von Joachim Andersen im Strafraum, Elfmeter. Kai Havertz verwandelte sicher zum 1:0. Der Treffer brach den dänischen Widerstand, Jamal Musiala legte kurz darauf das 2:0 nach.
24,396 Millionen Zuschauer in Deutschland verfolgten dieses dramatische Spiel vor den Bildschirmen — eine der höchsten Quoten des gesamten Turniers. Die Kombination aus Wetter-Drama, VAR-Entscheidungen und sportlicher Spannung machte dieses Achtelfinale zu einem der denkwürdigsten Spiele der EM 2024. Deutschland zog ins Viertelfinale ein, wo Spanien wartete — und das Ende des deutschen Traums.
Für Dänemark endete das Turnier mit einem bitteren Nachgeschmack. Die Mannschaft hatte kämpferisch überzeugt, aber die entscheidenden Momente gingen gegen sie. Christian Eriksens EM-Reise fand ein Ende, ebenso wie die Hoffnung auf eine Wiederholung des Halbfinaleinzugs von 2021.
Überraschungen
Die größte Überraschung des Achtelfinales war das Ausscheiden des Titelverteidigers Italien. Die Schweiz dominierte die Azzurri über 90 Minuten und ließ keinen Zweifel daran, wer an diesem Tag die bessere Mannschaft war. Italiens Defensive, noch vor drei Jahren das Fundament des EM-Triumphes, wirkte anfällig und ideenlos. Die Schweizer hingegen spielten mit einer Präzision und Entschlossenheit, die an ihre beste Turnierform erinnerte. Es war ein verdienter Sieg und ein Statement für den Schweizer Fußball. Trainer Murat Yakin hatte seine Mannschaft perfekt eingestellt, und Spieler wie Granit Xhaka zeigten ihre Klasse.
Englands dramatische Rettung gegen die Slowakei war die zweite große Geschichte der Runde. Bis zur 95. Minute führte die Slowakei mit 1:0, und Englands EM schien beendet. Dann kam Jude Bellingham mit einem Fallrückzieher, der in die Geschichte eingehen wird — ein Tor aus dem Nichts, das die Three Lions rettete. Die Bilder von Bellinghams Jubel, das Entsetzen der slowakischen Spieler, die Explosion der englischen Fans — es waren Momente, die den Fußball so unberechenbar und faszinierend machen. In der Verlängerung machte Harry Kane alles klar, aber die Schwächen des englischen Spiels waren offensichtlich geworden.
Ronaldos verschossener Elfmeter gegen Slowenien war ein emotionaler Tiefpunkt für den Rekordtorschützen. Die Tränen auf dem Platz, der Trost seiner Mitspieler, und schließlich die Erlösung im Elfmeterschießen — es waren Szenen, die die menschliche Seite des Fußballs zeigten. Portugal kam weiter, aber der Preis war hoch. Ronaldos sechste EM war eine emotionale Achterbahnfahrt, die noch lange in Erinnerung bleiben wird. Der 39-Jährige zeigte, dass auch Legenden verwundbar sind — und dass Comeback möglich ist.
Das Ausscheiden von Österreich und Rumänien beendete zwei der positivsten Geschichten der Gruppenphase. Beide Teams hatten über ihren Erwartungen gespielt, aber im K.O.-Modus reichte es nicht mehr. Die Türkei und die Niederlande zeigten, dass Erfahrung in entscheidenden Momenten den Unterschied machen kann. Ralf Rangnicks Arbeit mit Österreich wurde trotz des Ausscheidens gewürdigt — das Team hatte bewiesen, dass es mit den Besten mithalten kann.
Fazit
Das Achtelfinale der EURO 2024 lieferte Dramatik auf höchstem Niveau. Die Schweiz beendete Italiens Titelverteidigung, England rettete sich in letzter Sekunde, und Deutschland überstand das Regenchaos von Dortmund. Die acht Viertelfinalisten standen fest: Deutschland, Spanien, England, Frankreich, Portugal, die Niederlande, die Schweiz und die Türkei. Das Turnier hatte seine Stars gefunden — und seine Verlierer verabschiedet.
Alle Spielberichte, Statistiken und Analysen zu den Achtelfinals finden sich auf der offiziellen UEFA-Turnierseite. Die erste K.O.-Runde hatte die Weichen gestellt für ein Viertelfinale, das noch mehr Spannung versprach.