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EM 2024 Anreise: Nachhaltig zu den Spielen in Deutschland

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EM 2024 Anreise mit Bahn und ÖPNV zu den Stadien

Die Anreise zu den EM-Spielen war ein zentrales Thema der Europameisterschaft 2024. Deutschland als Gastgeberland bot exzellente Verkehrsinfrastruktur, und die UEFA setzte stark auf nachhaltige Mobilität. Das Ergebnis war beeindruckend: 81 Prozent der Stadionbesucher nutzten öffentliche Verkehrsmittel, Fahrräder oder kamen zu Fuß — ein Rekordwert für ein großes Fußballturnier.

Die Nachhaltigkeitsstrategie der EM 2024 machte die Anreise zum zentralen Handlungsfeld. Da Mobilität den größten Anteil am CO2-Fußabdruck eines Turniers ausmacht, wurden zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um umweltfreundliche Optionen attraktiv zu machen. Die EM-Kombitickets, die den kostenlosen ÖPNV am Spieltag ermöglichten, waren dabei der Schlüssel zum Erfolg.

Dieser Artikel gibt einen umfassenden Überblick über die Anreisemöglichkeiten zur EM 2024 — von der Deutschen Bahn über den ÖPNV bis zu Auto und Flugzeug. Nachhaltig zu den EM-Spielen zu kommen war nicht nur möglich, sondern auch praktisch und komfortabel.

Deutsche Bahn: Die grüne Alternative

Die Deutsche Bahn war der wichtigste Partner für nachhaltige Mobilität bei der EM 2024. Alle zehn Gastgeberstädte waren über das ICE- und IC-Netz verbunden, und die Bahn setzte während des Turniers Sonderzüge ein, um die erhöhte Nachfrage zu bewältigen. Die Verbindungen zwischen den Spielorten wurden verstärkt, um Fans den problemlosen Wechsel zwischen Städten zu ermöglichen und das Turniererlebnis zu maximieren.

81 Prozent der Stadionbesucher nutzten nachhaltige Verkehrsmittel für die Anreise — Bahn, Bus, Fahrrad oder kamen zu Fuß. Dieser Rekordwert übertraf die Erwartungen deutlich und zeigte, dass die Maßnahmen zur Förderung umweltfreundlicher Mobilität erfolgreich waren. Die Kombination aus gutem Angebot und finanziellen Anreizen durch die Kombitickets überzeugte die große Mehrheit der Fans.

Die Bahnhöfe in den Gastgeberstädten wurden zu Drehscheiben des Turniererlebnisses. Willkommensbereiche, Informationsstände, Fan-Aktivitäten und mehrsprachiges Personal empfingen die Reisenden. Die Zusammenarbeit zwischen Bahn, Städten und UEFA sorgte für reibungslose Abläufe auch bei großem Andrang. Besonders an Spieltagen der deutschen Mannschaft wurden zusätzliche Kapazitäten und Sonderzüge bereitgestellt.

Für internationale Fans bot die Bahn Verbindungen aus den Nachbarländern. Aus den Niederlanden, Belgien, Frankreich, der Schweiz und Österreich waren die deutschen Spielorte bequem mit dem Zug erreichbar. Diese grenzüberschreitende Mobilität war ein Zeichen für die europäische Dimension des Turniers und reduzierte die Notwendigkeit von Kurzstreckenflügen erheblich.

Auto: Parkplätze und Routen

Trotz der Förderung nachhaltiger Mobilität war die Anreise mit dem Auto für viele Fans eine Option — besonders für Gruppen oder Familien aus ländlichen Regionen. Die Städte und Stadionbetreiber stellten Parkplätze zur Verfügung, empfahlen aber dringend die Nutzung von Park-and-Ride-Anlagen am Stadtrand, von wo aus der ÖPNV die Weiterfahrt übernahm.

Die Parksituation direkt an den Stadien war begrenzt. Die meisten Parkplätze waren für Akkreditierte, Medien und VIPs reserviert. Für normale Ticketinhaber war die Anreise mit dem PKW bis zum Stadion daher keine praktikable Option. Die klare Kommunikation im Vorfeld sorgte dafür, dass die meisten Fans alternative Anreisewege planten.

Die Verkehrsleitsysteme in den Gastgeberstädten wurden für das Turnier optimiert. Dynamische Beschilderung, Verkehrsflusssteuerung und zusätzliche Ordnungskräfte an neuralgischen Punkten verhinderten größere Staus. Die Zusammenarbeit zwischen Polizei, Stadtverwaltungen und Veranstaltern funktionierte reibungslos.

Für Fans mit eingeschränkter Mobilität standen spezielle Parkplätze in Stadionnähe zur Verfügung. Diese konnten im Voraus reserviert werden und ermöglichten einen barrierefreien Zugang zu den Arenen. Die Kombination aus Inklusion und Nachhaltigkeit war ein Markenzeichen der EM 2024.

Flug: Reduzierte Emissionen

Die Fluganreise war für internationale Fans aus ferneren Ländern oft unvermeidlich. Die deutschen Flughäfen in Frankfurt, München, Berlin, Düsseldorf, Hamburg und anderen Städten empfingen während des Turniers zahlreiche Charterflüge und reguläre Verbindungen mit erhöhter Frequenz. Die Anbindung der Flughäfen an das Bahnnetz ermöglichte eine schnelle Weiterreise zu den Spielorten.

Die Teams selbst reduzierten ihre Flugreisen drastisch. Im Vergleich zur EM 2016 in Frankreich wurden 75 Prozent weniger Teamflüge durchgeführt — ein direktes Ergebnis der kompakten Turniergeographie in Deutschland. Die Mannschaften nutzten stattdessen Busse oder Züge, um zwischen ihren Quartieren und den Spielorten zu pendeln.

Professor Ralf Roth von der Deutschen Sporthochschule Köln erklärte die Bedeutung dieser Maßnahmen: „Mehr als 85 Prozent der Treibhausgasemissionen bei großen Sportveranstaltungen wie der EURO 2024 werden durch Fern- und Nahreisen sowie die Unterbringung von Gästen aus aller Welt verursacht.“ Die Reduktion der Teamflüge war daher ein wichtiger symbolischer und praktischer Beitrag zur Nachhaltigkeit.

Für Fans, die fliegen mussten, wurden Kompensationsmöglichkeiten angeboten. Die UEFA arbeitete mit Anbietern von CO2-Kompensation zusammen, um den ökologischen Fußabdruck der Flugreisen auszugleichen. Die Nutzung war freiwillig, wurde aber aktiv beworben.

ÖPNV: Kombitickets als Erfolgsmodell

Das EM-Kombiticket war der Schlüssel zur nachhaltigen Mobilität und ein durchschlagender Erfolg. Jeder Stadionbesucher konnte am Spieltag den öffentlichen Nahverkehr in der Gastgeberstadt kostenlos nutzen — ein Anreiz, der das Verhalten der Fans messbar beeinflusste. Die Kombination aus Bequemlichkeit und finanzieller Ersparnis überzeugte die große Mehrheit der Besucher.

Die Verkehrsbetriebe in allen zehn Gastgeberstädten verstärkten an Spieltagen ihre Kapazitäten erheblich. Zusätzliche Busse, Bahnen und Straßenbahnen wurden eingesetzt, um die Menschenmassen zu bewältigen. Die Taktung wurde auf den relevanten Linien verdoppelt oder verdreifacht, und die Betriebszeiten wurden verlängert, um auch nach Abendspielen eine sichere Heimreise zu gewährleisten.

Die Koordination zwischen den Verkehrsverbünden war vorbildlich und setzte neue Standards. Einheitliche Informationen, mehrsprachige Durchsagen in Deutsch, Englisch und den Sprachen der spielenden Teams, sowie zusätzliches Personal an Haltestellen und Bahnhöfen erleichterten die Orientierung auch für ortsfremde Besucher. Die positiven Erfahrungen führten zu Diskussionen, das Kombiticket-Modell auch für andere Großveranstaltungen zu übernehmen.

Die Infrastruktur an den Stadion-Haltestellen wurde für das Turnier verbessert. Größere Bahnsteige, zusätzliche Ausgänge und klare Wegeleitung sorgten für schnelle Ein- und Ausstiege. Die Wartezeiten blieben selbst bei ausverkauften Spielen im Rahmen — ein Beweis für die gute Planung und die Professionalität der deutschen Verkehrsbetriebe.

Fazit

Die Anreise zur EM 2024 war ein Erfolgsmodell für nachhaltige Mobilität bei Großveranstaltungen. 81 Prozent der Fans nutzten umweltfreundliche Verkehrsmittel, die Teams reduzierten ihre Flüge um 75 Prozent, und das Kombiticket-System wurde zum Vorbild für zukünftige Events. Deutschland als Gastgeberland zeigte eindrucksvoll, wie gute Infrastruktur und kluge Anreize das Verhalten positiv beeinflussen können.

Die Zusammenarbeit zwischen Deutsche Bahn, lokalen Verkehrsbetrieben, Städten und UEFA war vorbildlich. Die Investitionen in Sonderzüge, zusätzliche Kapazitäten und verbesserte Infrastruktur haben sich ausgezahlt — für die Umwelt, für die Fans und für das Image des deutschen Nahverkehrs.

Alle Details zur nachhaltigen Mobilität bei der EURO 2024 sind im UEFA ESG-Report dokumentiert. Die Anreise zum Stadion war mehr als nur Logistik — sie war Teil der Nachhaltigkeitsstrategie, die das Turnier zu einem Vorbild für die Sportwelt machte.