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EM 2024 Gruppe C: England, Dänemark, Serbien, Slowenien

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EM 2024 Gruppe C mit England als Vize-Europameister

Die EM Gruppe C hatte mit England einen klaren Favoriten — den Vize-Europameister von 2021, der im Finale von Wembley nur im Elfmeterschießen an Italien gescheitert war. Doch was auf dem Papier wie eine komfortable Ausgangslage aussah, erwies sich als zähe Angelegenheit. Dänemark, Serbien und Slowenien machten es den Three Lions schwerer als erwartet. Am Ende stand England als Gruppensieger fest, aber der Weg dorthin offenbarte Schwächen, die im weiteren Turnierverlauf zum Thema werden sollten.

Die Gruppe C war die Gruppe der vermeintlichen Außenseiter, die mehr boten als erwartet. Slowenien qualifizierte sich erstmals in seiner Geschichte für die K.O.-Phase einer Europameisterschaft, Dänemark bestätigte seinen Ruf als unbequemer Gegner, und Serbien kämpfte bis zum Schluss um das Weiterkommen. England hingegen enttäuschte in der Vorrunde trotz des ersten Platzes — zwei Tore in drei Spielen waren keine Bilanz, die Hoffnung auf den Titel machte.

Teams

England

Gareth Southgate führte England zum vierten Turnier in Folge, und die Erwartungen waren höher denn je. Harry Kane, Jude Bellingham, Phil Foden, Bukayo Saka — auf dem Papier verfügten die Three Lions über einen der stärksten Kader des Turniers. Doch zwischen Papier und Rasen lag ein Unterschied. Southgates konservativer Ansatz stand immer wieder in der Kritik, und die Frage war, ob er seine Stars endlich entfesseln würde oder erneut auf Sicherheit setzte.

Dänemark

Die dänische Mannschaft hatte bei der EM 2021 für die emotionalste Geschichte des Turniers gesorgt. Nach dem Herzstillstand von Christian Eriksen kämpfte sich das Team bis ins Halbfinale. Nun, drei Jahre später, war Eriksen wieder dabei — gesund, spielfähig und als Symbol des Überlebenswillens. Trainer Kasper Hjulmand setzte auf kollektive Stärke statt Einzelkönner. Die Dänen wollten zeigen, dass 2021 kein Zufall war.

Serbien

Serbien hatte sich erstmals seit 2010 wieder für eine Europameisterschaft qualifiziert und kam mit einer Mischung aus erfahrenen Profis und aufstrebenden Talenten. Dušan Vlahović von Juventus und Aleksandar Mitrović als Torjäger sollten für die Tore sorgen, während Sergej Milinković-Savić das Mittelfeld dirigierte. Die Balkan-Nation galt als unberechenbar — fähig, jeden zu schlagen, aber auch anfällig für Einbrüche.

Slowenien

Die kleinste Nation der Gruppe hatte sich erstmals seit 2000 wieder für eine EM-Endrunde qualifiziert. Trainer Matjaž Kek setzte auf Organisation und Kampfgeist, angeführt von Kapitän Jan Oblak, einem der besten Torhüter der Welt. Slowenien kam nicht als Favorit, aber mit dem Ziel, Geschichte zu schreiben. Das war durchaus realistisch, denn die Mannschaft hatte in der Qualifikation gezeigt, dass sie gegen vermeintlich stärkere Gegner bestehen konnte.

Spiele

Englands Auftakt gegen Serbien war weniger überzeugend als erhofft. Zwar gewannen die Three Lions 1:0 durch einen Kopfball von Jude Bellingham, doch das Spiel offenbarte bereits die Probleme, die England durch das Turnier begleiten sollten: zu wenig Tempo, zu wenig Kreativität, zu viel Absicherung. Serbien verteidigte gut und hätte bei etwas mehr Glück im Abschluss einen Punkt mitnehmen können. Im Parallelspiel trennten sich Slowenien und Dänemark 1:1 — ein gerechtes Remis zwischen zwei Teams auf Augenhöhe.

Der zweite Spieltag brachte weitere Ernüchterung für die englischen Fans. Das 1:1 gegen Dänemark war ein spielerischer Rückschritt, trotz der frühen Führung durch Kane. Morten Hjulmands Traumtor aus 25 Metern glich aus und symbolisierte die dänische Entschlossenheit. England hatte Glück, nicht zu verlieren. Serbien und Slowenien spielten parallel ebenfalls 1:1, womit alle vier Teams nach zwei Spieltagen noch Chancen auf das Weiterkommen hatten.

Am letzten Spieltag brauchte England einen Punkt gegen Slowenien, um sicher Gruppenerster zu werden. Es wurde ein zäher Kampf, der mit einem torlosen 0:0 endete. Jan Oblak im slowenischen Tor war kaum zu bezwingen, und England fand keine Mittel gegen die gut organisierte Defensive. Immerhin: Der Gruppensieg war gesichert. Im anderen Spiel trennten sich Dänemark und Serbien 0:0, was für beide Teams Konsequenzen hatte — Dänemark kam als Dritter weiter, Serbien schied aus.

Die Statistik offenbarte Englands Problem: nur zwei Tore in drei Gruppenspielen, beide durch Bellingham und Kane. Die viel beschworene Offensivpower blieb in der Vorrunde stecken. Drei der sechs Gruppenspiele endeten torlos oder mit nur einem Treffer. Die Defensive stand solide, aber die Offensive lieferte nicht — ein Thema, das die Diskussionen in England während des gesamten Turniers prägen sollte.

Slowenien hingegen überzeugte durch taktische Disziplin und kollektive Stärke. Nur ein Gegentor in drei Spielen unterstrich die defensive Stabilität, die Trainer Kek seinem Team verpasst hatte. Dass die Mannschaft ohne Sieg ins Achtelfinale einzog, minderte die Leistung nicht — im Gegenteil, es zeigte, dass im modernen Fußball Konstanz wichtiger sein kann als einzelne Glanzmomente.

Tabelle

Die Abschlusstabelle der Gruppe C zeigte die Ausgeglichenheit innerhalb der Gruppe. England beendete die Vorrunde mit 5 Punkten auf Platz eins, gefolgt von Dänemark mit 3 Punkten auf Platz zwei. Slowenien sicherte sich als einer der besten Gruppendrittplatzierten mit 3 Punkten das Weiterkommen — zum ersten Mal in der Geschichte des Landes bei einer Europameisterschaft. Serbien schied mit 2 Punkten als Gruppenletzter aus.

Bemerkenswert war die Torarmut der Gruppe: Nur sieben Treffer fielen in sechs Spielen, der niedrigste Wert aller Gruppen. England steuerte davon lediglich zwei bei — ein Wert, der den Tabellenführer einer Gruppe normalerweise nicht charakterisiert. Slowenien blieb ohne Sieg, kam aber trotzdem weiter, während Serbien trotz offensiver Bemühungen an der eigenen Chancenverwertung scheiterte.

Highlights

Sloweniens Einzug in die K.O.-Phase war das Highlight dieser Gruppe. Für ein Land mit nur zwei Millionen Einwohnern war es ein historischer Moment. Jan Oblak hielt sein Team mit Paraden der Weltklasse im Turnier, und die Mannschaft bewies, dass Disziplin und Zusammenhalt auch ohne Superstars zum Erfolg führen können. Dass Slowenien im Achtelfinale erst im Elfmeterschießen an Portugal scheiterte, unterstrich die Qualität dieser Mannschaft. Der Torhüter von Atlético Madrid war der herausragende Spieler seiner Mannschaft und einer der besten des gesamten Turniers.

Christian Eriksens Rückkehr auf die große Bühne war ein weiterer emotionaler Höhepunkt. Drei Jahre nach seinem Herzstillstand spielte der Mittelfeldregisseur erneut bei einer EM und zeigte, dass im Sport manchmal die Geschichte wichtiger ist als das Ergebnis. Seine Präsenz auf dem Platz war eine Inspiration für Millionen — ein Beweis, dass Rückschläge überwunden werden können. Die dänischen Fans feierten jeden seiner Ballkontakte, und die Bilder von Eriksen im EM-Trikot gingen um die Welt.

England erzielte in der Vorrunde nur zwei Treffer — weniger als jeder andere Gruppensieger des Turniers. Die Kritik an Southgates Spielstil wurde lauter, die Geduld der Fans dünner. Dass England trotzdem das Finale erreichen sollte, war einerseits Beweis für die individuelle Klasse im Kader, andererseits ein Zeichen dafür, dass Turniere ihre eigenen Gesetze haben. Wie Philipp Lahm es ausdrückte: Die EURO 2024 bot eine „ermutigende Perspektive für den europäischen Fußball“ — und diese Gruppe zeigte die Vielfalt, die das Turnier auszeichnete. Die Three Lions profitierten von ihrer Erfahrung im Umgang mit Druck, auch wenn die spielerische Leistung zu wünschen übrig ließ.

Fazit

Die Gruppe C war die Gruppe der gedämpften Erwartungen. England qualifizierte sich als Gruppensieger, ohne zu überzeugen. Slowenien schrieb Geschichte, Dänemark bestätigte seine Klasse, und Serbien scheiterte knapp. Für das Turnier insgesamt war diese Gruppe ein Beleg dafür, dass der europäische Fußball enger zusammengerückt ist — selbst der Vize-Europameister konnte nicht mehr nach Belieben dominieren.

Detaillierte Statistiken und Spielberichte aller Gruppenphasen-Begegnungen finden sich auf der offiziellen UEFA-Turnierseite. Die Gruppe C mag nicht die torreichste gewesen sein, aber sie erzählte Geschichten, die über den reinen Sport hinausgingen.