EM 2024 Gruppe E: Belgien, Rumänien, Ukraine, Slowakei
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Die EM Gruppe E war die ausgeglichenste Gruppe des gesamten Turniers. Belgien, Rumänien, Ukraine und die Slowakei trennten nach zwei Spieltagen nur marginale Differenzen, und bis zur letzten Minute des letzten Spieltags hatten alle vier Mannschaften theoretisch noch Chancen auf das Weiterkommen. Es war die Gruppe der Unberechenbarkeit — und sie lieferte Dramatik bis zum Schluss.
Belgiens goldene Generation stand möglicherweise vor ihrem letzten gemeinsamen Auftritt. Kevin De Bruyne und Romelu Lukaku hatten über ein Jahrzehnt lang für Furore gesorgt, ohne einen Titel zu gewinnen. Eden Hazard, einst das Gesicht dieser Generation, hatte seine Karriere bereits 2023 beendet. Die Slowakei war der unterschätzte Außenseiter mit dem Potenzial für Überraschungen. Rumänien wollte nach Jahren der Mittelmäßigkeit wieder zu alter Stärke finden, und die Ukraine spielte unter besonderen Umständen: Der Krieg in ihrer Heimat hatte das Land zusammengeschweißt, und das Team trug die Hoffnungen einer Nation.
Teams
Belgien
Die Roten Teufel waren seit Jahren in der Weltspitze, ohne einen Titel zu gewinnen. Bei der WM 2018 hatte es zum dritten Platz gereicht, bei der EM 2021 und der WM 2022 war jeweils im Viertelfinale Schluss. Trainer Domenico Tedesco hatte einen schwierigen Job übernommen: Er sollte den Umbruch einleiten, ohne die Routiniers zu verprellen. De Bruyne, Lukaku, Vertonghen — die Namen klangen nach Klasse, aber auch nach Vergangenheit. Die Zeit drängte, und das Team wusste es.
Rumänien
Die Tricolorii hatten sich erstmals seit 2016 wieder für eine EM qualifiziert und kamen mit frischem Schwung nach Deutschland. Trainer Edward Iordănescu setzte auf eine disziplinierte Defensive und schnelle Umschaltmomente. Nicolae Stanciu als Spielmacher und Dennis Man auf dem Flügel sollten für die Tore sorgen. Rumänien galt als Außenseiter, aber nicht als chancenlos — der Fußball im Land erlebte eine Renaissance. Die Fans träumten von den glorreichen Zeiten der 1990er-Jahre, als Rumänien regelmäßig bei Endrunden für Furore gesorgt hatte.
Ukraine
Kein Team bei dieser EM trug eine größere Last als die Ukraine. Der Krieg in der Heimat prägte alles, und die Mannschaft unter Serhij Rebrow wollte den Menschen zu Hause Hoffnung geben. Mit Oleksandr Zinchenko von Arsenal und Mychajlo Mudryk von Chelsea verfügte das Team über Qualität in der Spitze. Die Ukrainer hatten bei der EM 2021 das Viertelfinale erreicht und wollten diesen Erfolg wiederholen — für ihr Land und ihre Landsleute. Jeder Sieg sollte mehr sein als nur ein sportlicher Erfolg.
Slowakei
Die Slowaken unter Francesco Calzona waren der Geheimtipp der Gruppe. Mit Milan Škriniar in der Abwehr und Stanislav Lobotka im Mittelfeld verfügte das Team über Spieler, die bei Topklubs unter Vertrag standen. Die Qualifikation war souverän gelungen, und die Slowakei kam mit dem Ziel nach Deutschland, die Gruppenphase zu überstehen. Dass dies gelingen würde, sollte sich bereits am ersten Spieltag andeuten. Die taktische Organisation war das Markenzeichen dieser Mannschaft, die defensiv stabil und offensiv gefährlich agierte.
Spiele
Der Auftakt der Gruppe E brachte zwei Überraschungen. Rumänien besiegte die Ukraine mit 3:0 und schickte damit ein Statement an die Konkurrenz. Die Tricolorii spielten effizient und nutzen die Fehler der Ukrainer eiskalt aus. Nicolae Stanciu und Razvan Marin trafen, und die ukrainische Defensive fiel auseinander. Im anderen Spiel schlug die Slowakei Belgien mit 1:0 — ein Ergebnis, das niemand erwartet hatte. Ivan Schranz erzielte das Tor des Tages und brachte die goldene Generation ins Wanken.
Der zweite Spieltag sorgte für weitere Verwirrung. Belgien mühte sich zu einem 2:0 gegen Rumänien, während die Slowakei und die Ukraine 1:1 spielten. Nach zwei Spieltagen hatten alle vier Teams zwischen 3 und 4 Punkte — eine Konstellation, die in der EM-Geschichte einmalig war. Rumänien führte die Tabelle an, die Slowakei lag auf Platz zwei, Belgien auf drei und die Ukraine auf vier. Die Entscheidung fiel am letzten Spieltag.
Am dritten Spieltag fielen die Würfel. Belgien und die Ukraine trennten sich 0:0 — ein Ergebnis, das keinem der beiden Teams wirklich half. Die Ukraine kämpfte, aber die Offensive fand kein Durchkommen gegen die belgische Defensive. Parallel trennten sich Rumänien und die Slowakei 1:1 in einem intensiven Duell. Die komplizierte Konstellation bedeutete: Rumänien und Belgien kamen als Erster und Zweiter weiter, die Slowakei als Dritter. Die Ukraine schied trotz guter Leistungen aus und verpasste das Achtelfinale knapp.
Die Gruppe E endete mit dem denkbar knappsten Ausgang: Alle vier Teams hatten dieselbe Tordifferenz von null, alle lagen innerhalb von zwei Punkten. Es war die Gruppe, in der jedes Tor, jede Karte und jede Entscheidung zählte. Die Dramatik erreichte am letzten Spieltag ihren Höhepunkt, als alle vier Mannschaften gleichzeitig um das Weiterkommen spielten und die Tabelle sich mit jedem Tor veränderte.
Tabelle
Die Abschlusstabelle der Gruppe E war ein Spiegelbild der Ausgeglichenheit. Rumänien sicherte sich mit 4 Punkten überraschend den Gruppensieg — der erste rumänische Gruppensieg bei einer EM seit 2000. Belgien folgte mit 4 Punkten auf Platz zwei, getrennt nur durch das Torverhältnis. Die Slowakei kam mit 4 Punkten als einer der besten Gruppendrittplatzierten weiter. Die Ukraine schied mit 4 Punkten aus — ein Paradox, das die Härte dieser Gruppe unterstrich.
Alle vier Teams beendeten die Vorrunde mit identischen vier Punkten. Nur die Tordifferenz entschied über die Platzierungen: Rumänien mit +1, Belgien mit +1, Slowakei mit 0, Ukraine mit –2. Es war die engste Gruppe der EM-Geschichte, ein Beleg dafür, dass der Unterschied zwischen Erfolg und Scheitern im modernen Fußball minimal ist.
Highlights
Rumäniens Auftritt war die Überraschung der Gruppenphase. Der 3:0-Sieg gegen die Ukraine war dominant, der Gruppensieg verdient. Die Tricolorii spielten mit einer Überzeugung und Leidenschaft, die an die großen rumänischen Teams der 1990er-Jahre erinnerte. Dass sie im Achtelfinale an den Niederlanden scheiterten, konnte den Erfolg nicht schmälern — Rumänien hatte sich zurückgemeldet auf der europäischen Fußballbühne. Die Fans feierten ihre Mannschaft, als hätte sie den Titel gewonnen, und die Spieler dankten es mit Einsatz und Hingabe.
Belgiens Schwächen wurden in dieser Gruppe offenkundig. Die goldene Generation wirkte müde, die automatischen Abläufe von einst funktionierten nicht mehr. Romelu Lukaku traf dreimal ins Tor, aber alle Treffer wurden wegen Abseits oder Handspiels aberkannt. Es war symbolisch für ein Team, das dem Erfolg stets nah war, aber nie ganz zugreifen konnte. Das Aus im Achtelfinale gegen Frankreich war das Ende einer Ära. De Bruyne, Courtois, Lukaku — diese Namen hatten Belgien über ein Jahrzehnt geprägt, ohne einen Titel zu gewinnen.
Die Ukraine spielte trotz der schwierigen Umstände mit Herz und Leidenschaft. Das Ausscheiden mit vier Punkten war bitter, aber die Mannschaft hatte ihr Land würdig vertreten. Die Unterstützung der ukrainischen Fans in Deutschland war bewegend, die Emotionen nach dem Ausscheiden authentisch. Im Sport gibt es manchmal keine Gerechtigkeit — aber es gibt Momente, die größer sind als das Ergebnis. Die ukrainischen Spieler trugen die Last einer Nation auf ihren Schultern, und sie taten es mit Würde.
Fazit
Die Gruppe E war die Gruppe, in der alle vier Teams mit Chancen in den letzten Spieltag gingen — und drei von ihnen das Achtelfinale erreichten. Rumäniens Gruppensieg war verdient, Belgiens Weiterkommen Pflicht, und die Slowakei bewies erneut ihre Qualität im internationalen Fußball. Die Ukraine schied unglücklich aus, aber mit erhobenem Haupt. Es war die engste Gruppe in der Geschichte des Turniers, ein Beweis dafür, dass der europäische Fußball enger zusammengerückt ist.
Weitere Informationen zu allen Gruppenspielen und der K.O.-Phase finden sich auf der offiziellen UEFA-Turnierseite. Die Gruppe E bleibt in Erinnerung als Beleg dafür, dass im Fußball jedes Detail zählt — und dass manchmal vier Punkte zum Weiterkommen reichen, manchmal aber auch nicht.