EM 2024 Nachhaltigkeit: Die grünste Europameisterschaft aller Zeiten
Sportvorhersagen
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Die EM 2024 sollte die grünste Europameisterschaft aller Zeiten werden — und dieses Ziel wurde weitgehend erreicht. Mit einem ESG-Budget von 30,6 Millionen Euro und einer umfassenden Nachhaltigkeitsstrategie setzte die UEFA neue Maßstäbe für große Sportveranstaltungen. Von erneuerbarer Energie in allen Stadien bis zu Klimaprojekten für den Amateurfußball — die EURO in Deutschland war ein Meilenstein.
Die Nachhaltigkeitsstrategie der EM 2024 basierte auf drei Säulen: Umwelt, Soziales und Governance (ESG). Jede Entscheidung, vom Spielplan bis zur Merchandising-Produktion, wurde unter Nachhaltigkeitsaspekten geprüft. Das Ergebnis war ein Turnier, das bewies, dass großer Sport und Verantwortung für die Umwelt vereinbar sind.
Dieser Artikel beleuchtet die wichtigsten Nachhaltigkeitsmaßnahmen der EM 2024 — von der ESG-Strategie über den Climate Fund bis zur CO2-Bilanz und den konkreten Maßnahmen vor Ort. Die grünste EM aller Zeiten zeigt, wie die Zukunft des Sports aussehen kann.
ESG-Strategie: Ein umfassender Ansatz
Die ESG-Strategie der EM 2024 war das Ergebnis jahrelanger Planung. Mit einem Budget von 30,6 Millionen Euro investierte die UEFA so viel wie nie zuvor in Nachhaltigkeit bei einem Turnier. Diese Mittel flossen in erneuerbare Energien, Abfallvermeidung, Barrierefreiheit, Diversität und soziale Projekte. Der Ansatz war ganzheitlich und ging weit über symbolische Maßnahmen hinaus — jeder Euro wurde mit messbaren Zielen verknüpft.
Die Strategie wurde in enger Zusammenarbeit mit dem DFB, den Gastgeberstädten und unabhängigen Experten entwickelt. Wissenschaftler der Deutschen Sporthochschule Köln, der Universität Bielefeld und anderer Institute begleiteten das Projekt und stellten sicher, dass die Maßnahmen auf soliden Daten basierten. Transparenz war ein Kernprinzip — alle Ergebnisse wurden in einem öffentlichen ESG-Report dokumentiert, der nach dem Turnier veröffentlicht wurde.
Ein Schwerpunkt lag auf der Energieversorgung. Alle zehn EM-Stadien wurden zu 100 Prozent mit erneuerbarer Energie versorgt — ein Novum bei großen Fußballturnieren. Solaranlagen, Windkraft und zertifizierter Ökostrom sorgten dafür, dass der Spielbetrieb klimaneutral war. Die Stadien wurden zu Leuchttürmen der Energiewende und zeigten, was in Sportstätten möglich ist.
Die soziale Komponente der ESG-Strategie umfasste Barrierefreiheit, Diversität und Community-Engagement. Über 10.000 Menschen mit Behinderungen besuchten die Spiele, unterstützt durch erweiterte Rollstuhlplätze, Blindenkommentare, Gebärdensprachdolmetscher und spezielle Begleitprogramme. Die EM 2024 war das barrierefreieste Fußballturnier der Geschichte und setzte neue Standards für Inklusion.
Climate Fund: Investitionen in den Amateurfußball
Der UEFA Climate Fund war eine der innovativsten Maßnahmen der EM 2024. Mit einem Volumen von 7,925 Millionen Euro wurden 328 Klimaprojekte in 21 europäischen Ländern finanziert. Die Empfänger waren Amateurvereine — von der Dorfmannschaft bis zum Regionalligisten. So profitierte der Grassroots-Fußball direkt vom großen Turnier und erhielt Unterstützung, die sonst nicht möglich gewesen wäre.
Die geförderten Projekte reichten von Solaranlagen auf Vereinsheimen über energieeffiziente Flutlichtanlagen bis zu Regenwassernutzung für die Rasenpflege. 227 Vereine aus ganz Europa erhielten Unterstützung, um ihren ökologischen Fußabdruck zu reduzieren. Die erwartete CO2-Einsparung durch diese Projekte beträgt 67.000 Tonnen über die Lebensdauer der Anlagen — ein nachhaltiges Erbe, das weit über das Turnier hinausreicht.
In Deutschland profitierten besonders Vereine in strukturschwachen Regionen. Der Climate Fund ermöglichte Investitionen, die sich die Clubs allein nicht hätten leisten können. Ein Beispiel: Ein Kreisligaverein in Sachsen erhielt eine neue LED-Flutlichtanlage, die den Stromverbrauch um 70 Prozent senkte und gleichzeitig die Trainingsmöglichkeiten verbesserte. Die EM 2024 hinterließ so ein bleibendes Erbe.
Die Auswahl der Projekte erfolgte nach strengen Kriterien. Nachhaltigkeit, soziale Wirkung und technische Machbarkeit wurden von unabhängigen Experten bewertet. Die Transparenz des Prozesses wurde international gelobt — jeder Antrag wurde dokumentiert, jede Förderung veröffentlicht. Der Climate Fund könnte zum Vorbild für zukünftige Großveranstaltungen werden.
CO2-Bilanz: Messen, Reduzieren, Kompensieren
Die Gesamtbilanz der EM 2024 lag bei 316.912 Tonnen CO2-Äquivalent. Diese Zahl wurde durch eine umfassende Lebenszyklusanalyse ermittelt, die alle Emissionen des Turniers erfasste — von der Anreise der Fans über den Stadionbetrieb bis zum Catering in den Fan Zones. Der größte Anteil entfiel auf die Mobilität: 248.957 Tonnen wurden durch die An- und Abreise der Zuschauer verursacht, weitere 67.955 Tonnen durch den operativen Betrieb.
UEFA-Direktor Michele Uva betonte die historische Bedeutung dieser Messung: „Wir haben zum ersten Mal den kompletten Fußabdruck eines Turniers transparent gemessen. Das ist der Benchmark für alle zukünftigen Großveranstaltungen.“ Die Offenheit gegenüber den eigenen Emissionen war ein wichtiger Schritt — nur was gemessen wird, kann verbessert werden. Die UEFA setzte damit neue Standards für die Sportindustrie.
Die Maßnahmen zur Reduktion waren vielfältig und durchdacht. Die Kompaktheit Deutschlands als Gastgeberland — im Gegensatz zu verteilten Turnieren wie der EM 2021 — reduzierte die Reiseentfernungen erheblich. Die Teams absolvierten 75 Prozent weniger Flüge als bei der EM 2016 in Frankreich. Stattdessen reisten sie mit Bussen oder Zügen zu ihren Spielorten.
Die verbleibenden Emissionen wurden durch Klimaprojekte kompensiert. Die UEFA investierte in zertifizierte Projekte zur Aufforstung und erneuerbaren Energie in Entwicklungsländern. Die Kompensation war nicht als Freibrief gedacht, sondern als Ergänzung zu den Reduktionsmaßnahmen — das Prinzip „Vermeiden vor Reduzieren vor Kompensieren“ wurde konsequent umgesetzt und kommuniziert.
Maßnahmen vor Ort
Die konkreten Maßnahmen in den Stadien und Fan Zones waren sichtbar und wirksam. 81 Prozent der Zuschauer nutzten nachhaltige Verkehrsmittel für die Anreise — öffentliche Verkehrsmittel, Fahrräder oder kamen zu Fuß. Die EM-Kombitickets, die den kostenlosen ÖPNV am Spieltag ermöglichten, waren ein wichtiger Anreiz für dieses vorbildliche Verhalten und wurden von den Fans sehr geschätzt.
Die Abfallpolitik setzte konsequent auf Vermeidung und Recycling. 0 Prozent der Abfälle landeten auf Deponien — alles wurde recycelt, kompostiert oder thermisch verwertet. 4,789 Millionen Getränke wurden in Mehrwegbechern ausgeschenkt, was den Plastikmüll drastisch reduzierte. Im Vergleich zur EM 2016 sank das Abfallaufkommen pro Besucher um 36 Prozent — ein messbarer Erfolg.
Das Catering in den Stadien setzte auf regionale und vegetarische Optionen. Der Anteil pflanzlicher Speisen wurde gegenüber früheren Turnieren deutlich erhöht, lokale Produzenten aus den Gastgeberstädten wurden bevorzugt, und Lebensmittelverschwendung wurde durch präzise Planung minimiert. Übrig gebliebene Lebensmittel wurden an soziale Einrichtungen gespendet.
Fazit
Die Nachhaltigkeit der EM 2024 war mehr als ein Marketing-Slogan — sie war ein umfassendes Konzept, das neue Maßstäbe für Sportgroßveranstaltungen setzte. Mit einem ESG-Budget von 30,6 Millionen Euro, dem Climate Fund für den Amateurfußball und transparenter CO2-Bilanzierung zeigte die UEFA, wie verantwortungsvoller Sport aussehen kann.
Der vollständige ESG-Report mit allen Daten und Maßnahmen ist im offiziellen UEFA ESG-Report verfügbar. Die EM 2024 in Deutschland war die grünste Europameisterschaft aller Zeiten — und ein Vorbild für kommende Turniere.