EM 2024 Torschützenliste: Die Top-Scorer des Turniers
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Die EM 2024 Torschützenliste zeigt ein ungewöhnliches Bild: Kein einzelner Spieler dominierte das Turnier als klarer Torjägerkönig. Stattdessen teilten sich sechs Spieler mit je drei Toren den ersten Platz. Diese Ausgeglichenheit spiegelte die taktische Reife der Teams wider, bei denen die Torgefahr auf viele Schultern verteilt war.
Insgesamt fielen bei der EURO 2024 in Deutschland laut UEFA 117 Tore in 51 Spielen — ein Schnitt von 2,29 Toren pro Partie. Diese Treffer wurden von 79 verschiedenen Spielern erzielt, was die Vielfalt der Torschützen unterstreicht. Von Stürmerstars bis zu Verteidigern, von Elfmetern bis zu Eigentoren — die Torschützenliste erzählt die Geschichte des Turniers aus einer besonderen Perspektive.
Dieser Artikel präsentiert die Top-Scorer der EM 2024, analysiert die Verteilung der Tore und beleuchtet besondere Trends wie die hohe Zahl der Eigentore.
Top 10: Die besten Torschützen
An der Spitze der Torschützenliste standen sechs Spieler mit je drei Treffern: Georges Mikautadze (Georgien), Jamal Musiala (Deutschland), Cody Gakpo (Niederlande), Dani Olmo (Spanien), Ivan Schranz (Slowakei) und Harry Kane (England). Die Entscheidung über den Goldenen Schuh fiel zugunsten von Mikautadze, der als erster Georgier überhaupt eine EM-Torschützenliste anführte.
Georges Mikautadze war die Überraschung des Turniers. Der 23-jährige Stürmer, der zu Beginn des Turniers noch beim FC Metz spielte, traf gegen Portugal, Tschechien und Spanien. Seine Tore halfen Georgien dabei, historisch das Achtelfinale zu erreichen. Nach der EM wechselte er zu AS Monaco — ein direktes Ergebnis seiner starken Turnierleistung.
Jamal Musiala glänzte als deutscher Hoffnungsträger. Seine drei Tore gegen Schottland (1), Ungarn (1) und Dänemark (1) machten ihn zum Liebling der heimischen Fans. Mit 21 Jahren war er einer der jüngsten Top-Scorer und zeigte, dass er zu den besten Spielern seiner Generation gehört.
Cody Gakpo traf für die Niederlande gegen Polen, Österreich und Rumänien. Der Liverpool-Stürmer war bei jedem seiner Einsätze gefährlich und führte Oranje mit seinen Toren bis ins Halbfinale. Seine Treffsicherheit aus verschiedenen Positionen — Kopfball, Schuss, Abstauber — machte ihn schwer zu verteidigen.
Dani Olmo erzielte drei Tore für Spanien und war damit der erfolgreichste Torschütze des Europameisters. Seine Treffer gegen Georgien (Achtelfinale), Deutschland (Viertelfinale) und Frankreich (Halbfinale) kamen in entscheidenden Momenten. Olmo wurde zum drittbesten Spieler des Turniers gewählt.
Hinter den sechs Führenden folgten mehrere Spieler mit zwei Toren, darunter Nico Williams (Spanien), Fabián Ruiz (Spanien), Florian Wirtz (Deutschland), Kai Havertz (Deutschland) und Breel Embolo (Schweiz). Die Verteilung zeigt, dass bei der EM 2024 viele Teams ihre Torgefahr auf mehrere Spieler verteilen konnten.
Analyse: Verteilung und Trends
Die 117 Tore des Turniers wurden von 79 verschiedenen Spielern erzielt — ein bemerkenswerter Wert, der die Ausgeglichenheit unterstreicht. Im Durchschnitt erzielte jeder Torschütze also weniger als 1,5 Tore. Diese Verteilung unterschied sich deutlich von früheren Turnieren, bei denen einzelne Stürmer oft deutlich mehr Treffer erzielten und die Torjägerkrone klar vergeben wurde.
Die Analyse nach Spielpositionen zeigt interessante Trends. Stürmer erzielten erwartungsgemäß die meisten Tore (48), gefolgt von Mittelfeldspielern (39) und Verteidigern (11). Die restlichen Treffer entfielen auf Eigentore. Die hohe Zahl der Mittelfeld-Tore spiegelt den modernen Fußball wider, bei dem offensive Mittelfeldspieler oft genauso torgefährlich sind wie klassische Stürmer.
Spanien führte die Nationenwertung mit 15 Toren an — ein neuer EM-Rekord für ein einzelnes Team. Deutschland folgte mit 10 Treffern, die Niederlande mit 9 und England mit 7. Diese Zahlen korrelieren weitgehend mit dem sportlichen Erfolg, wobei Spaniens Dominanz besonders auffällt. Die torreichsten Teams kamen auch am weitesten im Turnier.
Die Tore nach Spielabschnitten zeigen, dass die meisten Treffer in der zweiten Halbzeit fielen. 65 der 117 Tore wurden nach der Pause erzielt, was auf die zunehmende Müdigkeit der Verteidiger und die taktischen Anpassungen der Trainer hinweist. Die Nachspielzeit war besonders torreich — 12 Treffer fielen in der Schlussphase, darunter entscheidende Tore wie Bellinghams Ausgleich und Merinos Siegtreffer.
Die Elfmeterstatistik war bemerkenswert: Laut UEFA wurden 12 Strafstöße verhängt, von denen 9 verwandelt wurden. Die Erfolgsquote von 75 Prozent lag leicht unter dem üblichen Durchschnitt, was auf den hohen Druck bei einem Turnier hindeutet. Ronaldos verschossener Elfmeter gegen Slowenien wurde zum Symbol für die emotionale Intensität der EM 2024.
Beste nach Positionen
Unter den Stürmern waren Mikautadze, Kane und Schranz die erfolgreichsten. Alle drei erzielten je drei Tore, wobei ihre Spielweisen sich deutlich unterschieden. Mikautadze profitierte von Kontersituationen und seiner Schnelligkeit, Kane von Elfmetern und Standards, Schranz von seiner Unberechenbarkeit auf dem Flügel. Keiner von ihnen spielte für den Europameister — ein ungewöhnliches Phänomen.
Im Mittelfeld ragten Musiala, Olmo und Gakpo heraus. Alle drei kombinierten Torjägerqualitäten mit Spielintelligenz und Kreativität. Sie waren nicht nur für eigene Tore verantwortlich, sondern legten auch zahlreiche Treffer für ihre Mitspieler auf. Die moderne Rolle des offensiven Mittelfeldspielers zeigte sich hier in Perfektion — sie waren Spielmacher und Torschützen zugleich.
Die 10 Eigentore der EM 2024 waren zwar weniger als der Rekord von 2020 (11), unterstrichen aber erneut den Druck, unter dem die Verteidiger standen. Zu den unglücklichen Schützen gehörten unter anderem Riccardo Calafiori (Italien gegen Spanien), Jan Vertonghen (Belgien gegen Frankreich) und Robin Le Normand (Spanien gegen Georgien). Diese Selbsttore entschieden teils ganze Spiele und unterstrichen den Druck, unter dem die Verteidiger standen.
Die Torhüter blieben naturgemäß ohne eigene Treffer, doch ihre Leistungen beeinflussten die Torschützenliste indirekt. Starke Keeper wie Jan Oblak (Slowenien) und Mike Maignan (Frankreich) hielten ihre Teams im Turnier und verhinderten zahlreiche Gegentore. Die niedrige Torquote einiger Top-Teams — etwa Frankreichs 4 Tore aus eigenem Spiel — war auch auf starke gegnerische Torhüter zurückzuführen.
Unter den Verteidigern trafen überraschend viele: Dani Carvajal, Marc Cucurella, Stefan de Vrij und andere erzielten wichtige Tore, meist nach Standardsituationen. Die Kopfballstärke der Abwehrspieler wurde bei der EM 2024 zum zusätzlichen Offensivmittel, das viele Teams gezielt einsetzten.
Fazit
Die Torschützenliste der EM 2024 dokumentiert ein ausgeglichenes Turnier ohne dominanten Einzelspieler. Die sechs Führenden mit je drei Toren und die 79 verschiedenen Torschützen zeigen die taktische Vielfalt des modernen Fußballs. Die 117 Tore erzählten Geschichten von Triumph und Tragödie, von jungen Talenten und erfahrenen Veteranen.
Georges Mikautadze aus Georgien als Torschützenkönig war die Überraschung des Turniers. Dass ein Spieler eines Debütanten die Liste anführte, unterstrich die Offenheit des modernen Fußballs. Die Verteilung der Tore auf viele Schultern machte das Turnier unberechenbar und spannend bis zum Schluss.
Die vollständige Torschützenliste mit allen Statistiken ist auf der offiziellen UEFA-Turnierseite verfügbar. Die EM 2024 hat gezeigt, dass im modernen Fußball viele Spieler Tore schießen können — und dass ein Torjägerkönig nicht mehr automatisch aus dem Siegerteam kommt.