EM 2024 Wirtschaft: 7,4 Milliarden Euro für Deutschland
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Die EM 2024 war nicht nur ein sportliches Highlight, sondern auch ein enormer wirtschaftlicher Erfolg für Deutschland. Der Gesamteffekt des Turniers belief sich auf 7,442 Milliarden Euro — eine Zahl, die alle Erwartungen übertraf und die wirtschaftliche Bedeutung von Großsportereignissen eindrucksvoll unterstrich.
Die wirtschaftlichen Auswirkungen der EURO 2024 wurden von Nielsen Sports im Auftrag der UEFA umfassend analysiert. Der Bericht dokumentiert direkte und indirekte Effekte, von den Ausgaben der Besucher bis zu den Investitionen der Organisatoren. Deutschland profitierte in vielfältiger Weise — Hotels, Gastronomie, Einzelhandel und Dienstleistungen erlebten einen Sommer-Boom.
Dieser Artikel analysiert die wirtschaftlichen Auswirkungen der EM 2024 — den Gesamteffekt, die direkten Ausgaben, die Investitionen der UEFA und die langfristigen Effekte für den Standort Deutschland. 7,4 Milliarden Euro für Deutschland zeigen, was ein erfolgreich ausgerichtetes Turnier bewirken kann.
Gesamteffekt: 7,442 Milliarden Euro
Der wirtschaftliche Gesamteffekt der EM 2024 für Deutschland betrug laut Nielsen Sports 7,442 Milliarden Euro. Diese Zahl umfasst alle direkten, indirekten und induzierten wirtschaftlichen Aktivitäten, die durch das Turnier ausgelöst wurden. Es ist der höchste jemals gemessene wirtschaftliche Effekt einer Europameisterschaft.
Die Berechnung basiert auf einer umfassenden Analyse aller Geldströme. Dazu gehören die Ausgaben der Stadionbesucher und Fan-Zone-Gäste, die Investitionen der UEFA und ihrer Partner, die Ausgaben der Gastgeberstädte für Infrastruktur und Sicherheit sowie die wirtschaftlichen Aktivitäten rund um das Turnier — von Merchandising bis zu Medienrechten.
Der Vergleich mit früheren Turnieren zeigt die Dimension des Erfolgs. Die EM 2016 in Frankreich generierte einen geschätzten Effekt von etwa 2,8 Milliarden Euro, die EM 2021 (pandemiebedingt eingeschränkt) deutlich weniger. Die EM 2024 in Deutschland übertraf diese Werte um ein Vielfaches — ein Beleg für die hervorragende Organisation und die hohe Attraktivität des Standorts.
Die wirtschaftlichen Effekte verteilten sich über ganz Deutschland, mit Schwerpunkten in den zehn Gastgeberstädten. Berlin, München und Dortmund profitierten besonders stark, aber auch kleinere Städte wie Gelsenkirchen und Leipzig verzeichneten erhebliche Zuwächse in Tourismus und Gastronomie.
Direkteffekt und Multiplikator
Der direkte wirtschaftliche Effekt — also die unmittelbaren Ausgaben im Zusammenhang mit dem Turnier — betrug 2,063 Milliarden Euro. Diese Summe floss direkt in die deutsche Wirtschaft: für Hotelübernachtungen, Mahlzeiten, Einkäufe, Transportdienstleistungen und Eintritte. Jeder dieser Euro löste weitere wirtschaftliche Aktivitäten aus.
Der wirtschaftliche Multiplikator der EM 2024 lag bei 3,29. Das bedeutet: Jeder direkt ausgegebene Euro generierte insgesamt 3,29 Euro an wirtschaftlicher Aktivität. Dieser hohe Wert erklärt sich durch die Verflechtungen in der Wirtschaft — ein Hotel kauft bei lokalen Lieferanten, die wiederum Mitarbeiter beschäftigen, die ihr Einkommen ausgeben, und so weiter.
Die Berechnung des Multiplikators berücksichtigt mehrere Stufen wirtschaftlicher Aktivität. Die erste Stufe sind die direkten Ausgaben der Besucher. Die zweite Stufe sind die Ausgaben der Unternehmen, die von diesen Einnahmen profitieren. Die dritte Stufe sind die Konsumausgaben der Beschäftigten dieser Unternehmen. Dieser Kreislauf verstärkt den ursprünglichen Impuls erheblich.
Der Multiplikator der EM 2024 war höher als bei vergleichbaren Veranstaltungen in anderen Ländern. Die starke deutsche Wirtschaft mit ihrer diversifizierten Unternehmenslandschaft und hohen Kaufkraft begünstigte diesen Effekt. Deutschland als Gastgeberland erwies sich als wirtschaftlich optimal geeignet.
Ausgaben: Zuschauer und Unterkünfte
Die Ausgaben der Stadionbesucher (ohne Tickets) beliefen sich auf beeindruckende 711,3 Millionen Euro. Dieser Betrag umfasst Essen und Getränke im Stadion und drumherum, Merchandising-Artikel wie Trikots und Schals, lokale Transportkosten und sonstige Käufe. Die durchschnittlichen Ausgaben pro Besucher lagen bei etwa 260 Euro — ein Wert, der die Konsumfreude der internationalen Fans widerspiegelt.
Für Unterkünfte gaben die Besucher insgesamt 290,1 Millionen Euro aus. Hotels, Ferienwohnungen, Hostels und andere Übernachtungsmöglichkeiten in den Gastgeberstädten waren während des Turniers stark nachgefragt. Die Auslastung lag in Spitzenzeiten bei über 90 Prozent, und die Preise stiegen entsprechend der Nachfrage — zum Leidwesen mancher Fans, aber zur Freude der Hoteliers und Vermieter.
Die Gastronomie profitierte besonders stark vom Turnier. Restaurants, Bars, Cafés und Imbisse in den Gastgeberstädten erlebten einen Ansturm, der weit über das normale Sommergeschäft hinausging. Viele Betriebe stellten zusätzliches Personal ein, verlängerten ihre Öffnungszeiten und erweiterten ihre Kapazitäten, um die enorme Nachfrage zu bedienen. Die Umsätze übertrafen selbst optimistische Prognosen.
Der Einzelhandel verzeichnete ebenfalls deutliche Zuwächse. Neben offiziellem EM-Merchandising, das sich hervorragend verkaufte, profitierten Sportgeschäfte, Souvenirläden und der allgemeine Einzelhandel von der erhöhten Besucherzahl. Die Fußgängerzonen der Gastgeberstädte waren während des Turniers deutlich belebter als in normalen Sommermonaten, und die Kassen klingelten.
UEFA-Investitionen: HatTrick und Kompensation
Die UEFA investierte ihrerseits erhebliche Summen in Deutschland und den europäischen Fußball insgesamt. Das HatTrick-Programm, das Mittel für die Entwicklung des Fußballs in den UEFA-Mitgliedsverbänden bereitstellt, erhielt 935 Millionen Euro aus den Einnahmen der EM 2024. Diese Gelder fließen in Infrastruktur, Jugendarbeit, Frauenfußball und Breitensport in ganz Europa.
Die Kompensationszahlungen an die Vereine beliefen sich auf 240 Millionen Euro. Diese Summe wurde an die Clubs gezahlt, die ihre Spieler für das Turnier abstellten. Die Zahlungen entschädigen für das Verletzungsrisiko und den Einnahmeverlust während der Turnierpause — ein wichtiger Faktor für die Akzeptanz des engen Turnierkalenders bei den Vereinen.
Die Organisationskosten der UEFA in Deutschland — für Stadionmieten, Sicherheit, Technologie, Marketing und Personal — trugen ebenfalls zur lokalen Wirtschaft bei. Insgesamt gab die UEFA 649,6 Millionen Euro direkt in Deutschland aus, was Arbeitsplätze schuf, deutsche Unternehmen beauftragte und die lokale Wirtschaft ankurbelte.
Die Preisgelder für die teilnehmenden Teams summierten sich auf 331 Millionen Euro und wurden nach sportlichem Erfolg gestaffelt. Europameister Spanien erhielt den Höchstbetrag von 28,25 Millionen Euro, aber auch Teams, die früh ausschieden, erhielten substanzielle Prämien von mindestens 9,25 Millionen Euro. Diese Gelder fließen in die Budgets der nationalen Verbände und unterstützen den Fußball weltweit.
Fazit
Der wirtschaftliche Effekt der EM 2024 von 7,442 Milliarden Euro macht das Turnier zu einem der erfolgreichsten Sportereignisse in der deutschen Geschichte. Der direkte Effekt von 2,063 Milliarden Euro und der Multiplikator von 3,29 zeigen, wie stark die deutsche Wirtschaft von der EURO profitierte. Hotels, Gastronomie, Einzelhandel und Dienstleistungen erlebten einen Sommer-Boom.
Die vollständige wirtschaftliche Analyse ist im Nielsen Sports Host Country Impact Report dokumentiert. Die EM 2024 hat gezeigt, dass große Sportveranstaltungen nicht nur sportlichen, sondern auch erheblichen wirtschaftlichen Wert schaffen können.