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EM 2024 Gruppe B: Spanien, Italien, Kroatien, Albanien

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EM 2024 Gruppe B mit Spanien und Titelverteidiger Italien

Die EM Gruppe B vereinte Tradition und Qualität wie keine andere Gruppe des Turniers. Mit Spanien als späterem Europameister, Titelverteidiger Italien, dem WM-Dritten Kroatien und dem Debütanten Albanien trafen hier vier Nationen aufeinander, die unterschiedlicher kaum sein konnten. Es war die Gruppe der Titelverteidiger — und sie sollte ihrem Ruf als härteste Vorrundengruppe gerecht werden.

Spanien reiste mit einer neuen Generation an. Luis de la Fuente hatte den Umbruch vorangetrieben und setzte auf junge Talente wie Lamine Yamal und Nico Williams, flankiert von erfahrenen Kräften wie Álvaro Morata und Rodri. Italien unter Luciano Spalletti wollte den Titel von 2021 verteidigen, obwohl die Mannschaft längst nicht mehr so dominant wirkte wie drei Jahre zuvor. Kroatien mit seinen Veteranen Modrić, Perišić und Kovačić galt als ewig unterschätzter Geheimtipp. Und Albanien? Die hatten nichts zu verlieren — und alles zu beweisen.

Die Geschichte der Gruppe B war eine Geschichte von Gegensätzen: von spanischer Perfektion und italienischer Agonie, von kroatischer Erfahrung und albanischem Mut. Jedes der sechs Spiele hatte seinen eigenen Charakter, seine eigene Dramatik, seine eigenen Helden. Dass am Ende nur zwei Teams weiterkamen, lag in der Natur des Wettbewerbs — aber die Erinnerungen an diese Gruppe werden lange bleiben.

Teams: Spanien, Italien, Kroatien, Albanien

Spanien

La Roja kam mit einer Mission nach Deutschland: den vierten EM-Titel zu holen und damit alleiniger Rekordhalter zu werden. Luis de la Fuente setzte auf Tempo, Pressing und technische Brillanz. Die Flügelspieler Yamal und Williams sollten die Defensive der Gegner überlaufen, Rodri im Zentrum für Stabilität sorgen. Es war ein Team, das mit Überzeugung spielte und keinerlei Zweifel an den eigenen Fähigkeiten zuließ. Die spanische Presse sprach bereits vor dem Turnier von einer „goldenen Generation 2.0“.

Italien

Die Azzurri kamen als Titelverteidiger, aber der Glanz von Wembley 2021 war verblasst. Die verpasste WM 2022 saß tief, und Luciano Spalletti hatte nach dem Rücktritt von Roberto Mancini erst wenige Monate Zeit gehabt, der Mannschaft seinen Stempel aufzudrücken. Donnarumma im Tor, Bastoni in der Abwehr und Chiesa als kreativer Kopf bildeten das Gerüst. Doch die Frage stand im Raum: Reichte das gegen Spanien und Kroatien?

Kroatien

Für Luka Modrić war es womöglich die letzte EM. Der 38-Jährige führte eine Mannschaft an, die bei den letzten drei Turnieren jeweils mindestens das Halbfinale erreicht hatte. Kroatien spielte unter Zlatko Dalić einen kontrollierten, ballsicheren Fußball, der Gegner zur Verzweiflung bringen konnte. Das Problem: Die Torjägerqualitäten früherer Jahre fehlten. Ob Modrićs Klasse ausreichen würde, um diesen Mangel zu kompensieren, sollte sich in der Gruppenphase zeigen.

Albanien

Die Shqipëria war der Außenseiter der Gruppe, aber einer mit Charakter. Trainer Sylvinho hatte eine kompakte, kampfstarke Mannschaft geformt, die nichts zu verlieren hatte. Mit Armando Broja im Sturm und einer defensiven Grundordnung, die auf schnelle Konter setzte, wollte Albanien für Überraschungen sorgen. Und das sollte gleich im ersten Spiel gelingen — wenn auch nur für wenige Sekunden.

Alle 6 Gruppenspiele

Das Eröffnungsspiel der Gruppe B schrieb Geschichte — nach 23 Sekunden. Nedim Bajrami nutzte einen katastrophalen Einwurf der Italiener und erzielte das schnellste Tor der EM-Geschichte. Das Dortmunder Stadion tobte, Albanien führte gegen den Titelverteidiger. Doch Italien zeigte Charakter: Bastoni und Barella drehten das Spiel zum 2:1-Endstand. Es war ein Sieg mit Anlaufschwierigkeiten, aber ein Sieg.

Spanien hingegen ließ keine Zweifel aufkommen. Im Parallelspiel gegen Kroatien dominierten die Spanier von Beginn an und gewannen 3:0. Álvaro Morata, Fabián Ruiz und Dani Carvajal trafen alle noch vor der Pause. Es war eine Machtdemonstration, die den späteren Turnierverlauf erahnen ließ. Luka Modrić und seine Mitspieler wirkten einen Schritt zu langsam, einen Gedanken zu spät.

Der zweite Spieltag brachte das Duell der Schwergewichte: Spanien gegen Italien. Die Azzurri kämpften aufopferungsvoll, doch Spaniens Tempo war zu hoch. Ein Eigentor von Calafiori in der 55. Minute entschied die Partie. Italien hatte verloren, stand mit dem Rücken zur Wand. Kroatien tat sich derweil schwer mit Albanien und kam nicht über ein 2:2 hinaus — ein Ergebnis, das beide Teams in Bedrängnis brachte.

Am letzten Spieltag spielte Spanien mit einer B-Elf gegen Albanien und gewann 1:0. Der Gruppensieg war längst gesichert, de la Fuente schonte seine Stars. Italien brauchte gegen Kroatien einen Punkt, um sicher weiterzukommen. Es wurde ein Drama: Modrić verschoss zunächst einen Elfmeter, traf dann aber doch zum 1:0. Als alles nach einem kroatischen Sieg aussah, schlug Zaccagni in der 98. Minute zu und rettete Italien mit dem 1:1 ins Achtelfinale.

Die Dramatik dieser Gruppe war beispiellos. Fünf der sechs Spiele wurden mit einem Tor Unterschied entschieden, und nur Spanien schaffte es, einen komfortablen Vorsprung herauszuspielen. Insgesamt fielen 13 Tore in sechs Begegnungen, wobei Spanien allein fünf beisteuerte.

Endstand der Tabelle

Die Endtabelle der Gruppe B zeigte die spanische Dominanz in aller Deutlichkeit. Mit 9 Punkten aus drei Spielen war Spanien die einzige Mannschaft des gesamten Turniers, die ihre Gruppe mit maximaler Punktzahl abschloss. Kein Gegentor, fünf eigene Treffer — die Statistik unterstrich den Qualitätsunterschied.

Italien sicherte sich mit 4 Punkten den zweiten Platz, obwohl die Leistungen durchwachsen waren. Das späte Tor gegen Kroatien rettete den Titelverteidiger vor dem frühen Ausscheiden. Kroatien und Albanien beendeten die Gruppe mit je 2 Punkten, wobei Kroatien aufgrund der besseren Tordifferenz auf dem dritten Platz landete. Für beide Teams reichte es nicht zum Weiterkommen — das direkte Aus einer goldenen Generation um Modrić und ein würdiger Abschied für Albanien.

Highlights

Das Rekordtor von Nedim Bajrami nach 23 Sekunden wird in die EM-Geschichte eingehen. Es brach den bisherigen Rekord von Dmitri Kirichenko (2004, 67 Sekunden) und zeigte, dass im Fußball alles möglich ist — auch gegen den Titelverteidiger. Dass Albanien das Spiel letztlich verlor, minderte die Bedeutung dieses Moments nicht. Es war ein Tor für die Ewigkeit, ein Beleg dafür, dass auch Außenseiter auf der größten Bühne Akzente setzen können.

Die spanische Perfektion war das zweite große Thema dieser Gruppe. Drei Spiele, drei Siege, kein Gegentor — das hatte es bei einer EM seit 2008 nicht mehr gegeben, als ebenfalls Spanien mit weißer Weste durch die Vorrunde marschierte. Besonders das 3:0 gegen Kroatien war ein Statement: Hier kommt ein Europameister. Die Kombination aus Erfahrung und jugendlichem Übermut machte Spanien zum Favoriten auf den Titel.

Und dann war da Luka Modrić. Sein Elfmeter gegen Italien prallte vom Pfosten, Minuten später traf er doch. Es war ein Moment zwischen Tragödie und Triumph, der die Karriere des Ballon-d’Or-Gewinners symbolisierte. Dass sein Tor am Ende nicht zum Weiterkommen reichte, passte zum melancholischen Ende einer großen Generation. Kroatiens Kurs bei Turnieren endete ausgerechnet in Deutschland — dem Land, gegen das sie 2022 im WM-Halbfinale verloren hatten.

Fazit

Die Gruppe B war die Gruppe der Extreme: der schnellste Treffer der Geschichte, die einzige Mannschaft mit Maximalpunktzahl, das dramatische Ausscheiden einer goldenen Generation. Spanien zeigte bereits hier, dass der vierte Titel das Ziel war — und es war ernst gemeint. Italien rettete sich mit letzter Kraft ins Achtelfinale, wo die Schweiz wartete und dem Titelverteidiger den Rest gab.

Für die weitere Turnieranalyse und alle Gruppenspiele der EURO 2024 bietet die offizielle UEFA-Website umfassende Informationen. Die Gruppe B bleibt in Erinnerung als Bühne für Rekorde und Dramen — und als Startpunkt des spanischen Triumphzugs.